Juniordepot

Juniordepot gebührenfrei: Die besten kostenlosen Anbieter

SmartFinanz Redaktion·8 Min. Lesezeit

Frühzeitig für Kinder sparen — das klingt nach einem guten Plan, und das ist es auch. Wer heute für den Nachwuchs ein Depot eröffnet und monatlich investiert, schafft die Grundlage für finanzielle Unabhängigkeit im Erwachsenenleben. Doch bevor die ersten Euro in ETFs oder Aktien fließen, stellt sich eine entscheidende Frage: Welcher Anbieter eignet sich am besten — und vor allem: Welches Juniordepot ist wirklich kostenlos?

Die gute Nachricht ist, dass 2026 die Auswahl an gebührenfreien Juniordepots so groß wie nie zuvor ist. Die schlechte Nachricht: Nicht jedes Angebot, das sich „kostenlos" nennt, ist es wirklich. Versteckte Gebühren, Mindestordergebühren und teure Sparplanausführungen machen so manches vermeintliche Schnäppchen zunichte. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf es ankommt, welche Anbieter 2026 vorne liegen und wie du das Maximum aus dem Depot deines Kindes herausholst.


Was ist ein Juniordepot — und warum lohnt es sich?

Ein Juniordepot ist ein Wertpapierdepot, das Eltern oder Großeltern im Namen eines minderjährigen Kindes eröffnen. Das Kind ist rechtlicher Eigentümer des Depots, die Eltern übernehmen jedoch die Depotverantwortung bis zur Volljährigkeit. Ab 18 Jahren geht das Depot vollständig in den Besitz des jungen Erwachsenen über.

Der entscheidende Vorteil gegenüber einem klassischen Sparbuch liegt auf der Hand: Wer heute monatlich 50 Euro in einen breit gestreuten ETF investiert und dabei eine durchschnittliche Rendite von 7 Prozent pro Jahr erzielt, kommt nach 18 Jahren auf rund 22.500 Euro. Beim Sparbuch mit einem Zinssatz von aktuell knapp 1 Prozent wären es nur etwa 11.000 Euro. Der Unterschied ist erheblich — und das liegt ganz wesentlich am Zinseszins-Rechner, mit dem du solche Szenarien selbst durchrechnen kannst.

Ein weiterer Vorteil: Kinder haben in Deutschland einen eigenen Steuerfreibetrag. Der Grundfreibetrag sowie der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich stehen auch Minderjährigen zu. Das bedeutet, dass Kapitalerträge bis zu dieser Grenze steuerfrei bleiben — vorausgesetzt, du richtest eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt ein und reichst sie beim Depotanbieter ein.


Worauf du bei einem kostenlosen Juniordepot achten solltest

Nicht jedes Depot, das mit „0 Euro Depotführung" wirbt, ist wirklich günstig. Diese Kostenfallen solltest du kennen:

Depotführungsgebühren: Viele Anbieter werben mit kostenloser Depotführung, verlangen aber einen monatlichen Mindestsparbetrag oder ein Mindestdepotvolumen. Liegt das Depot darunter, fallen Gebühren an.

Ordergebühren: Jedes Mal, wenn du eine Aktie oder einen ETF kaufst oder verkaufst, kann eine Ordergebühr anfallen. Bei manchen Anbietern kostet eine einzelne Order bis zu 12,90 Euro — das frisst bei kleinen Beträgen die Rendite erheblich.

Sparplangebühren: Für Kinderdepots wird häufig ein ETF-Sparplan eingerichtet. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen: Manche Anbieter bieten kostenlose Sparplanausführungen, andere berechnen 1,5 Prozent des Ordervolumens oder mehr.

Produktauswahl: Ein günstiger Anbieter nützt wenig, wenn die Auswahl an ETFs klein oder die Konditionen für bestimmte Produkte schlechter sind. Achte auf eine breite Auswahl an günstigen MSCI-World- oder All-World-ETFs.

Depotübertrag: Was passiert, wenn du den Anbieter wechseln möchtest? Ein kostenloser Depotübertrag sollte selbstverständlich sein — ist er aber nicht immer.

Mach dir vor der Entscheidung einen konkreten Überblick über alle laufenden Kosten. Unser Depot-Vergleich hilft dir dabei, Anbieter direkt gegenüberzustellen.


Die besten gebührenfreien Juniordepots 2026 im Überblick

Trade Republic Juniordepot

Trade Republic hat 2026 sein Angebot für Minderjährige weiter ausgebaut und gehört zu den beliebtesten Anbietern für Juniordepots. Die Depotführung ist kostenlos, Sparplanausführungen kosten ebenfalls nichts — das ist ein echter Vorteil für Eltern, die monatlich kleine Beträge investieren möchten. Einzelorders kosten einmalig 1 Euro pro Transaktion, was für langfristige Anleger mit Sparplan kaum ins Gewicht fällt.

Die Benutzeroberfläche ist klar strukturiert, die App übersichtlich — allerdings gibt es keine klassische Desktop-Verwaltung, was manche Eltern als Nachteil empfinden. Die Auswahl an ETFs ist groß, darunter alle gängigen MSCI-World- und All-World-ETFs.

Besonderheit: Trade Republic bietet seit 2025 auch auf Verrechnungskonten einen Zinssatz an, der sich je nach EZB-Niveau regelmäßig anpasst. Das bedeutet, dass auch nicht investierte Guthaben nicht einfach brachliegen.

Scalable Capital Juniordepot

Scalable Capital bietet ein kostenloses Depot im sogenannten Free Broker-Modell an. Hier sind Sparplanausführungen kostenlos, Einzelorders hingegen kosten 0,99 Euro pro Trade — ebenso günstig wie bei Trade Republic. Wer viele Einzeltransaktionen plant, sollte das einkalkulieren.

Die Stärke von Scalable liegt in der Breite: Über 2.000 ETFs sind als Sparplan verfügbar, darunter auch thematische ETFs und nachhaltige Varianten. Für Eltern, die gezielt nach ESG-konformen Produkten suchen, ist Scalable Capital eine gute Adresse.

Das Depot wird offiziell als Depot für Minderjährige geführt — Eltern sind als gesetzliche Vertreter eingetragen. Die Eröffnung läuft vollständig digital und dauert in der Regel unter 15 Minuten.

DKB Juniordepot

Die Deutsche Kreditbank bietet ein kostenloses Depot für Minderjährige an, das besonders für Eltern interessant ist, die bereits ein DKB-Girokonto haben. Sparplanausführungen sind kostenlos, die Depotführung ebenfalls. Bei Einzelorders fallen jedoch Gebühren an, die je nach Handelsplatz variieren.

Ein Vorteil der DKB ist die Kombination aus Girokonto, Tagesgeld und Depot unter einem Dach — das vereinfacht die Verwaltung erheblich. Außerdem hat die DKB einen guten Ruf in der Kundenbetreuung, was bei Fragen rund ums Juniordepot hilfreich sein kann.

comdirect Juniordepot

comdirect richtet sich eher an Eltern, die auch eigene Depots bei einer Traditionsbank haben möchten. Das Juniordepot ist unter bestimmten Bedingungen kostenlos — konkret bei einem aktiven Sparplan oder regelmäßiger Depotnutzung. Ist das Depot inaktiv, können Gebühren anfallen.

Die Auswahl ist sehr groß, und comdirect punktet mit einer ausgereiften Plattform sowie einer langen Historie. Für Einsteiger kann die Vielzahl an Funktionen jedoch etwas überwältigend sein.


ETF-Sparplan im Juniordepot: Die klügste Strategie

Die mit Abstand sinnvollste Strategie für ein Juniordepot ist der langfristige ETF-Sparplan. Statt einzelne Aktien auszuwählen, investierst du regelmäßig in einen breit gestreuten Indexfonds. Das reduziert das Risiko, senkt die Kosten und profitiert vom Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt).

Für ein Juniordepot eignen sich insbesondere:

  • MSCI World ETF: Bildet rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Weit gestreut, historisch stark.
  • FTSE All-World ETF: Umfasst zusätzlich Schwellenländer — noch breiter diversifiziert.
  • MSCI World ESG Screened ETF: Für Eltern, die auf Nachhaltigkeit Wert legen.

Ein Rechenbeispiel: Wer monatlich 75 Euro in einen MSCI World ETF investiert und dabei über 18 Jahre eine durchschnittliche Rendite von 7 Prozent erzielt, kommt auf ein Endvermögen von rund 33.700 Euro. Davon wurden nur 16.200 Euro selbst eingezahlt — der Rest ist Rendite. Mit unserem ETF-Sparplan-Vergleich findest du die besten Konditionen für deinen individuellen Sparplan.

Wichtig: Achte beim ETF auf eine niedrige Gesamtkostenquote (TER). Gute ETFs auf den MSCI World kosten inzwischen nur noch 0,10 bis 0,20 Prozent pro Jahr — das ist nahezu vernachlässigbar.


Steuern, Freibeträge und rechtliche Besonderheiten beim Juniordepot

Steuerlich ist das Juniordepot in Deutschland gut aufgestellt. Das Kind hat — wie jede natürliche Person — Anspruch auf den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Erträge unterhalb dieser Grenze sind steuerfrei, sofern ein Freistellungsauftrag eingerichtet ist.

Überschreiten die Erträge den Sparerpauschbetrag, empfiehlt sich die Beantragung einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim zuständigen Finanzamt. Diese stellt sicher, dass keine automatische Kapitalertragsteuer einbehalten wird — vorausgesetzt, das Gesamteinkommen des Kindes bleibt unter dem steuerlichen Grundfreibetrag.

Ein wichtiger rechtlicher Aspekt: Eltern dürfen nicht frei über das Vermögen des Kindes verfügen. Das Depot gehört dem Kind, nicht den Eltern. Es darf nicht für familiäre Ausgaben genutzt werden, die ohnehin zu den Unterhaltspflichten der Eltern gehören. Dazu zählen etwa Schulgebühren, Kleidung oder Urlaube. Verstöße gegen diese Regel können vom Familiengericht beanstandet werden.

Ab Volljährigkeit — also mit 18 Jahren — übernimmt das Kind das Depot vollständig. Es kann dann frei darüber verfügen. Eltern haben ab diesem Zeitpunkt keinen Zugriff mehr. Das ist ein wichtiger Punkt, über den Familien frühzeitig sprechen sollten.


Fazit: Kostenlose Juniordepots lohnen sich — wenn man die richtige Wahl trifft

Ein gebührenfreies Juniordepot ist 2026 keine Seltenheit mehr, sondern der Standard. Anbieter wie Trade Republic, Scalable Capital, DKB und comdirect bieten solide Lösungen — entscheidend ist jedoch, dass du die Konditionen genau unter die Lupe nimmst. Null Euro Depotführung bedeutet nicht automatisch null Kosten.

Für die meisten Familien ist eine simple Strategie die beste: ein kostenloser ETF-Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World, monatliche Einzahlungen bereits ab 25 Euro, und ein langer Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren. Wer früh anfängt, gibt dem Zinseszins-Effekt die Zeit, die er braucht — und das ist das mächtigste Werkzeug in der Geldanlage.


Häufige Fragen

Kann ich ein Juniordepot für ein Neugeborenes eröffnen?

Ja, du kannst ein Juniordepot bereits kurz nach der Geburt eröffnen. Je früher du anfängst, desto mehr Zeit hat das Kapital zum Wachsen. Du benötigst lediglich die Geburtsurkunde des Kindes sowie deinen eigenen Personalausweis.

Was passiert mit dem Juniordepot, wenn das Kind 18 wird?

Mit Erreichen der Volljährigkeit geht das Depot vollständig in den Besitz des Kindes über. Eltern verlieren ihren Zugriff. Das Kind entscheidet dann selbst, ob es das Depot weiterführt, das Geld entnimmt oder zu einem anderen Anbieter wechselt.

Sind Gewinne im Juniordepot steuerfrei?

Nicht automatisch, aber bis zu einem Betrag von 1.000 Euro pro Jahr (Sparerpauschbetrag) schon — vorausgesetzt, du richtest einen Freistellungsauftrag ein. Darüber hinaus kann eine NV-Bescheinigung helfen, wenn das Gesamteinkommen des Kindes niedrig ist. Ab einem bestimmten Betrag fällt die übliche Kapitalertragsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag an.

Wie viel sollte ich monatlich in ein Juniordepot einzahlen?

Das hängt von deinen Möglichkeiten ab — aber bereits 25 bis 50 Euro monatlich machen langfristig einen großen Unterschied. Bei 50 Euro monatlich und 7 Prozent Rendite über 18 Jahre kommen gut 22.500 Euro zusammen. Wichtiger als der Betrag ist die Regelmäßigkeit.

Fragen zum Thema? Frag Mel — sie hilft dir weiter.

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