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Drei Punkte, die beim Aufsetzen eines ETF-Sparplans den Unterschied machen.
Ein einzelner ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World deckt 1.500+ Aktien aus Industrieländern ab — damit ist das Risiko bereits breit gestreut. Wer zusätzlich Schwellenländer abdecken möchte, ergänzt einen Emerging-Markets-ETF (20 %). Mehr als drei ETFs sind für Privatanleger selten sinnvoll.
Zwei Kostenblöcke fressen die Rendite: Sparplan-Gebühr pro Ausführung und laufende TER des ETFs. Bei kostenlosen Sparplänen und TER unter 0,2 % bleiben bei 200 EUR/Monat über 20 Jahre mehr als 5.000 EUR zusätzlich in deiner Tasche — im Vergleich zu einem teuren Fonds mit 1,5 % TER.
Viele Broker bieten zwei oder vier Ausführungstage pro Monat an. Wer den Sparplan auf den Monatsanfang legt, profitiert länger vom aktuellen Kurs. Besser: Zwei Sparpläne aufteilen (1. und 15.) — das glättet den Einstieg zusätzlich und reduziert den Einfluss einzelner Handelstage.
Alles was du für eine fundierte Entscheidung wissen musst — verständlich erklärt.
Das solltest du wissen
Ein ETF-Sparplan ist ein automatisierter, regelmäßiger Kaufauftrag auf einen börsengehandelten Indexfonds. Du legst einmal fest, wie viel du pro Monat oder Intervall investieren möchtest, welchen ETF du besparen willst und an welchem Tag dein Broker die Order ausführen soll. Ab dann läuft der Sparplan ohne weiteres Zutun — Monat für Monat wird der Betrag vom Verrechnungskonto eingezogen und in ETF-Anteile investiert.
Warum Sparplan und nicht Einmalkauf?
Die Idee dahinter heißt Cost-Average-Effekt oder Durchschnittskosten-Effekt. Du kaufst bei hohen Kursen automatisch weniger Anteile, bei niedrigen mehr. Über die Zeit glättet sich der Einstiegskurs. Das nimmt zwar nicht die Marktrendite, beugt aber emotionalen Fehlentscheidungen vor: Wer Angst hat, beim Höchststand zu kaufen, oder nach einem Crash nicht investiert, verliert auf lange Sicht Rendite.
Gut zu wissen
Der ETF-Sparplan ist das beliebteste Instrument für langfristigen Vermögensaufbau in Deutschland geworden. Laut BVI-Statistik verwalten deutsche Anleger über 500 Milliarden Euro in ETFs — ein Großteil davon fließt über Sparpläne.
Minimaler Aufwand, maximale Flexibilität:
Moderne Broker erlauben es, Sparpläne jederzeit zu pausieren, zu ändern oder zu kündigen — kostenfrei und mit wenigen Klicks. Du bist also nicht langfristig gebunden wie bei einem klassischen Fondssparplan bei der Bank. Auch die Mindestsparrate ist bei Neobrokern drastisch gesunken: 1 EUR pro Monat reicht bei Trade Republic und Scalable Capital, während klassische Direktbanken oft 25 EUR verlangen.
Viele Einsteiger fragen sich, ob sie lieber sparen oder einmalig investieren sollten. Beide Strategien haben Berechtigung — die Wahl hängt vor allem von der Ausgangslage und deiner Risikotoleranz ab.
Der Sparplan-Ansatz:
Du hast ein regelmäßiges Einkommen und möchtest systematisch Vermögen aufbauen? Der Sparplan ist das Werkzeug der Wahl. Er nimmt dir jede Einstiegs-Entscheidung ab und sorgt dafür, dass du auch in Phasen hoher Unsicherheit (Crash, Zinserhöhung, politische Krise) weiter investierst. Wer 2008 seinen Sparplan durchgehalten hat, ist heute wohlhabender als jemand, der Ende 2007 alles auf einmal anlegte und dann in Panik verkaufte.
Der Einmalkauf:
Du hast eine größere Summe (Erbschaft, Bonuszahlung, Abfindung) und möchtest das Geld anlegen? Statistisch gesehen lohnt sich in rund zwei von drei Fällen der sofortige Einmalkauf gegenüber einem gestaffelten Einstieg über 12–24 Monate, da Aktienmärkte langfristig stärker steigen als fallen. Wer psychologisch aber Angst vor dem schlechten Timing hat, kann die Summe über einen größeren Sparplan-Auftrag aufteilen: 60.000 EUR in 24 Monatsraten à 2.500 EUR.
| Strategie | Vorteil | Nachteil | Eignung |
|---|---|---|---|
| Sparplan | Automatisch, diszipliniert, Cost-Average | Langsamer Vermögensaufbau | Normalverdiener, Einsteiger |
| Einmalkauf | Statistisch höhere Rendite | Timing-Risiko, Volatilitätsstress | Erfahrene Anleger mit Liquidität |
| Kombination | Nutzt Vorteile beider | Komplexer | Größere Summen, die gestaffelt werden |
Praxis-Tipp:
Viele Anleger kombinieren beides: Bei einer 20.000-EUR-Abfindung investieren sie z. B. 5.000 EUR sofort, 15.000 EUR in 12 Monatsraten gestaffelt. So nimmt man an möglichen Kursgewinnen teil und reduziert das Risiko, auf einem Allzeithoch einzusteigen.
Die Auswahl an ETFs in Deutschland ist riesig — über 2.000 ETFs sind handelbar. Für einen Sparplan reichen aber ein bis drei sorgfältig ausgewählte Fonds völlig aus. Die wichtigsten Indizes im Überblick:
MSCI World:
Der Klassiker. Rund 1.500 Aktien aus 23 Industrieländern, Schwergewichte USA (ca. 70 %), Japan, UK, Frankreich. Ideal als Basis-ETF. Bekannte Fonds: iShares Core MSCI World, Xtrackers MSCI World, SPDR MSCI World.
FTSE All-World:
Ähnlich wie MSCI World, aber inklusive Schwellenländern (ca. 10 %). Deckt damit über 4.000 Aktien weltweit ab. Ein ETF reicht als „One-ETF-Lösung". Bekanntester: Vanguard FTSE All-World.
MSCI ACWI:
Kombination aus MSCI World und Emerging Markets. Ähnlich wie FTSE All-World, meist etwas höhere TER. Bekannte Fonds: iShares MSCI ACWI, SPDR MSCI ACWI.
MSCI Emerging Markets:
Schwellenländer wie China, Indien, Taiwan, Südkorea, Brasilien. Ergänzt MSCI World zur globalen Abdeckung. Volatiler, aber mit Renditepotenzial. TER etwas höher (0,18–0,25 %).
S&P 500:
500 größte US-Aktien. Fokus nur auf USA, daher schmaler. Historisch stark — aber ein Klumpenrisiko auf einen Markt.
DAX / MDAX:
40 + 50 größte deutsche Aktien. Nur als Beimischung sinnvoll — allein nicht diversifiziert genug.
Gut zu wissen
Für Einsteiger reicht oft ein einziger Welt-ETF wie der MSCI World oder FTSE All-World. Wer zusätzlich Schwellenländer abdecken möchte, kombiniert 70 % MSCI World + 30 % MSCI Emerging Markets.
Wichtige Kriterien bei der ETF-Auswahl:
- Fondsvolumen: Mindestens 100 Mio. EUR, besser 500 Mio.+. Kleine ETFs können liquidiert werden. - TER (laufende Kosten): Unter 0,3 % sind fair, unter 0,2 % günstig. - Replikation: Physisch (direkter Aktienkauf) ist transparenter als synthetisch (Swap-basiert). - Ertragsverwendung: Ausschüttend (Dividenden aufs Konto) oder thesaurierend (Reinvestition). - Domizil: Irland oder Luxemburg sind steuerlich unkompliziert für deutsche Anleger.
Die Kosten eines ETF-Sparplans setzen sich aus mehreren Blöcken zusammen. Wer nur auf die Ausführungsgebühr schaut, übersieht oft die größeren Hebel.
1. Sparplan-Ausführungsgebühr:
Das ist die Gebühr, die dein Broker pro Ausführung berechnet. Bei Neobrokern oft 0 EUR, bei Direktbanken 0,90–1,75 % vom Sparbetrag. Beispiel: Bei comdirect zahlst du 1,5 % pro Ausführung — bei 200 EUR sind das 3 EUR pro Monat, 36 EUR im Jahr. Über 20 Jahre: 720 EUR allein für Ausführungen.
2. Ordergebühr (bei Einmalkauf):
Wenn du neben dem Sparplan auch Einzelorders aufgibst. Neobroker: 1 EUR pauschal. Direktbanken: 5–15 EUR. Filialbanken: 10–30 EUR + Spread.
3. TER (Total Expense Ratio):
Die laufenden Kosten des ETFs selbst. Wird automatisch vom Fondsvermögen abgezogen, taucht also nicht auf deinem Kontoauszug auf. Typische Bandbreite: 0,05–0,50 % pro Jahr. Bei einem Depotwert von 50.000 EUR macht der Unterschied zwischen 0,07 % und 0,20 % TER ca. 65 EUR pro Jahr aus.
4. Spread (Geld-Brief-Spanne):
Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs beim Handel. Bei großen ETFs oft unter 0,05 %, bei kleinen ETFs bis 0,50 %. Nicht direkt sichtbar, aber spürbar.
5. Depotführungsgebühr:
Bei den meisten Online-Brokern 0 EUR. Einige Filialbanken verlangen 30–80 EUR pro Jahr.
| Kostenart | Neobroker | Direktbank | Filialbank |
|---|---|---|---|
| Sparplan-Ausführung | 0 EUR | 0,90–1,75 % | 1,50–2,50 % |
| Ordergebühr | 1 EUR | 5–15 EUR | 10–30 EUR |
| Depotgebühr | 0 EUR | 0 EUR (mit Bedingungen) | 30–80 EUR/Jahr |
| TER typischer ETF | 0,07–0,20 % | 0,07–0,20 % | 0,07–0,20 % |
Rechenbeispiel über 20 Jahre:
200 EUR/Monat Sparrate, 6 % Rendite p.a., 20 Jahre Laufzeit: - Mit kostenlosem Neobroker (0 EUR Gebühr): ca. 92.400 EUR Endvermögen - Mit teurer Filialbank (2 % pro Ausführung): ca. 86.800 EUR Endvermögen - Differenz: rund 5.600 EUR — allein durch Ausführungsgebühren
Drei Anbieterarten konkurrieren um deinen Sparplan. Jede hat eigene Stärken und Schwächen.
Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital, Finanzen.net Zero, Justtrade, Trading 212):
- Vorteile: ETF-Sparpläne meist komplett kostenlos, Mindestsparrate ab 1 EUR, intuitive Apps, fraktionelle Anteile, schnelle Kontoeröffnung. - Nachteile: Eingeschränkte Handelsplätze (meist nur ein oder zwei), weniger Research-Angebot, oft kein Telefon-Support, teilweise keine Direktbank mit Girokonto. - Geeignet für: Einsteiger, Sparplan-Fokus, Kostenbewusste.
Online-Broker / Direktbanken (ING, comdirect, Consorsbank, DKB, Flatex, Smartbroker, Traders Place):
- Vorteile: Viele Handelsplätze (alle deutschen Börsen + internationale), umfangreiches Research, oft kombiniertes Girokonto, persönlicher Support, Aktionen mit kostenlosen ETF-Sparplänen. - Nachteile: Höhere Gebühren bei Einzelorders (5–15 EUR), teils Mindestsparrate 25 EUR, langsamere App-Entwicklung als Neobroker. - Geeignet für: Anleger mit Mix aus Sparplan + Einzelaktien, Vielhandler, Menschen mit Beratungsbedarf.
Filialbanken (Sparkassen, Volksbanken, Hypovereinsbank):
- Vorteile: Persönliche Beratung vor Ort, Sicherheitsgefühl, oft Rabatte über bestehende Kundenbeziehung. - Nachteile: Hohe Gebühren (10–30 EUR pro Order, 30–80 EUR Depot pro Jahr), beschränktes ETF-Angebot, oft Empfehlung aktiv gemanagter Fonds mit Ausgabeaufschlag. - Geeignet für: Menschen, die Wert auf persönlichen Kontakt legen und bereit sind, dafür deutlich mehr zu zahlen.
Gut zu wissen
Für den reinen Vermögensaufbau per Sparplan sind Neobroker in aller Regel die beste Wahl. Wer parallel Einzelaktien handelt, internationale Märkte nutzt oder ein Girokonto mit Depot kombinieren möchte, ist bei einer Direktbank oft besser aufgehoben.
Die passende Sparrate hängt von Einkommen, Ausgaben und Zielen ab — nicht von einer Faustregel. Trotzdem helfen Orientierungswerte beim Einstieg.
Die 10–15 %-Regel:
Verbraucherschützer empfehlen, 10–15 % des Nettoeinkommens für langfristigen Vermögensaufbau zu reservieren. Bei 2.500 EUR netto wären das 250–375 EUR im Monat. Aufgeteilt auf ETF-Sparplan, Tagesgeld (Notgroschen) und andere Sparformen.
Priorität vor dem Sparplan:
1. Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) auf Tagesgeld parken. 2. Teure Schulden tilgen (Dispo-Kredit, Kreditkartenzinsen). 3. Dann ETF-Sparplan einrichten.
Klein anfangen ist besser als groß aufgeben:
Ein Sparplan von 50 EUR/Monat, der 30 Jahre läuft, ist wertvoller als 500 EUR/Monat, der nach 2 Jahren endet. Studien zeigen: Die meisten Sparpläne werden innerhalb der ersten drei Jahre pausiert oder gekündigt — oft nach Börsencrashs. Wer bewusst klein anfängt, kommt leichter durch schwierige Phasen.
Mindestsparbeträge im Vergleich:
- Trade Republic, Scalable Capital, Trading 212: ab 1 EUR - Finanzen.net Zero, Smartbroker+: ab 1 EUR - Justtrade: ab 25 EUR - ING, comdirect, DKB: ab 1 EUR (bei ausgewählten ETFs 25 EUR) - Consorsbank, Flatex, Traders Place: ab 25 EUR - Filialbanken: meist ab 25–50 EUR
Warum die niedrige Sparrate wichtig ist:
Wer mehrere ETFs bespart (z. B. 70 % MSCI World + 30 % Emerging Markets), muss seinen Betrag aufteilen. Bei 100 EUR Gesamtsparrate sind das 70 EUR auf ETF A und 30 EUR auf ETF B — nur mit niedrigem Mindestsparbetrag möglich.
Bereit für den nächsten Schritt?
Fraktionelle Anteile, auch Bruchstücke genannt, bedeuten, dass du nicht nur ganze ETF-Anteile, sondern auch Teile davon kaufen kannst. Das klingt technisch, hat aber praktische Auswirkungen.
Das Problem ohne Bruchstücke:
Angenommen, ein MSCI-World-ETF kostet 95 EUR pro Anteil. Wenn du 100 EUR im Monat sparen möchtest, kannst du bei klassischen Depots nur einen ganzen Anteil für 95 EUR kaufen — 5 EUR bleiben auf dem Verrechnungskonto liegen. Über die Zeit sammeln sich diese Reste an, ohne Zinsen zu bringen oder in Anteilen investiert zu sein.
Mit Bruchstücken:
Bei fraktionellen Anteilen kaufst du für exakt 100 EUR — das entspricht 1,0526 Anteilen. Dein Geld ist komplett investiert. Das erleichtert auch den Einstieg mit kleinem Budget: 10 EUR pro Woche sind bei Trade Republic oder Scalable Capital problemlos möglich.
Welche Broker bieten fraktionelle Anteile?
- Ja: Trade Republic, Scalable Capital, Trading 212, Finanzen.net Zero, Smartbroker+ - Meist ja (bei Sparplänen): ING, comdirect, Consorsbank, DKB (Bruchstücke beim Sparplan, nicht beim Einzelkauf) - Eher nein: Klassische Filialbanken, einige kleinere Online-Broker
Gut zu wissen
Bei Sparplänen bieten fast alle großen Broker Bruchstücke an — der Unterschied zeigt sich vor allem beim Einmalkauf. Wer nur Sparpläne nutzt, muss sich um dieses Kriterium wenig Gedanken machen.
Nachteil bei Bruchstücken:
Bei manchen Brokern sind fraktionelle Anteile nicht an der Börse handelbar, sondern werden intern verwaltet. Das bedeutet: Bei einem Depotumzug werden die Bruchstücke manchmal automatisch verkauft, und du behältst nur die ganzen Anteile. Frag im Zweifel beim Broker nach oder nutze Direktbanken für dauerhafte Bestandsaufbau-Depots.
Die meisten Broker bieten mehrere Ausführungstage pro Monat an — meist der 1. und 15., manche auch wöchentlich. Die Wahl wirkt klein, hat aber Effekte über lange Zeiträume.
Typische Ausführungstage:
- Trade Republic: 2., 9., 16., 23. des Monats (wöchentlich) - Scalable Capital: 1., 15. des Monats - ING: 1., 15. des Monats - comdirect: 1., 15. des Monats - Consorsbank: 1., 5., 10., 15., 20., 25. des Monats (täglicher Rhythmus) - DKB: 1., 16. des Monats - Flatex: 1., 15. des Monats - Justtrade: 2. des Monats (monatlich)
Frühe Ausführung (1. oder 2. des Monats):
Du investierst sofort nach Gehaltseingang. Das Geld ist schneller im Markt, was statistisch leichte Renditevorteile bringt (Märkte steigen langfristig).
Gestaffelte Ausführung (z. B. 1. + 15.):
Zwei Sparpläne auf denselben ETF, je zur Hälfte. Das glättet den Einstiegskurs zusätzlich und reduziert den Einfluss einzelner Handelstage. Praktisch: Bei vielen Brokern geht das ohne Aufpreis.
Wöchentliche Ausführung (Trade Republic):
Nochmals glatterer Cost-Average-Effekt. Für Einsteiger eine gute Wahl, weil sie bei jeder Kursbewegung investiert sind und keine Entscheidung treffen müssen.
Was bringt es wirklich?
Langfristig sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Ausführungstagen marginal (oft unter 1 % Gesamtrendite über 20 Jahre). Wichtiger als der Tag ist, dass du überhaupt konsequent bespart. Wer also grübelt, ob 1. oder 15. besser ist: vergiss es und entscheide dich — der Effekt auf die Zielsumme ist minimal.
Kapitalerträge aus ETFs unterliegen in Deutschland der Abgeltungssteuer. Die Regelung ist überschaubar — ein paar Besonderheiten solltest du aber kennen.
Abgeltungssteuer:
Pauschal 25 % auf Dividenden und realisierte Kursgewinne, plus 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer (8–9 %). Effektive Steuerlast: 26,375 % (ohne Kirchensteuer) bis ca. 28 %.
Freistellungsauftrag:
Jeder Anleger hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR pro Jahr (Verheiratete: 2.000 EUR). Bis zu dieser Höhe sind Kapitalerträge steuerfrei. Freistellungsauftrag beim Broker einrichten — sonst wird zu viel Steuer abgeführt.
Teilfreistellung:
ETFs gelten seit 2018 als Aktienfonds (wenn sie mindestens 51 % Aktien halten). Für sie gilt eine Teilfreistellung von 30 %. Das heißt: Nur 70 % der Kursgewinne und Dividenden sind steuerpflichtig. Effektive Steuerlast sinkt dadurch auf ca. 18,5 %.
Vorabpauschale:
Eine Besonderheit für thesaurierende ETFs (reinvestieren Dividenden). Damit der Staat nicht komplett auf Steuereinnahmen verzichten muss, bis du verkaufst, wird jährlich eine „Vorabpauschale" berechnet. Basis: ein fiktiver Zinsertrag (Basiszins * Fondswert * 70 %). Dieser Betrag wird bei Wertsteigerung versteuert. Der Broker zieht die Steuer automatisch vom Verrechnungskonto ein — sorge dafür, dass dort genug Liquidität liegt.
Gut zu wissen
Die Vorabpauschale wird bei einem späteren Verkauf angerechnet (damit wird nicht doppelt besteuert). In Jahren mit Kursrückgängen fällt oft keine Vorabpauschale an.
FIFO-Prinzip:
Beim Verkauf eines Teils deiner ETF-Anteile gilt „First In, First Out". Das heißt: Die ältesten Anteile werden zuerst verkauft. Das ist bei Sparplänen mit vielen Einzelkäufen wichtig — frühere Käufe haben oft höhere Kursgewinne und verursachen mehr Steuern.
Steuerliche Vorteile von thesaurierenden vs. ausschüttenden ETFs:
Thesaurierer sind steuerlich minimal vorteilhafter für den Vermögensaufbau, da Dividenden automatisch reinvestiert werden, ohne Steuerabzug auf dem Weg. Ausschütter sind transparenter und für Anleger geeignet, die regelmäßige Zahlungen bevorzugen oder den Sparerpauschbetrag ausnutzen wollen.
Für Kinder eigens ein Depot zu eröffnen, hat viele Vorteile — steuerliche, pädagogische und finanzielle. Die Umsetzung ist unkompliziert.
Was ist ein Juniordepot?
Ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines Kindes läuft. Die Eltern verwalten es treuhänderisch, bis das Kind 18 wird. Alle Einzahlungen gelten als Schenkung und gehen rechtlich ins Eigentum des Kindes über.
Steuerliche Vorteile:
Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR pro Jahr. Zusätzlich einen Grundfreibetrag (aktuell ca. 11.600 EUR pro Jahr) für alle Einkünfte zusammen. Solange das Kind keine weiteren Einkünfte hat, sind Kapitalerträge bis weit über 10.000 EUR pro Jahr steuerfrei — das macht Juniordepots für größere Beträge attraktiv.
Familienversicherung:
Solange das Kind unter 18 ist, beeinflussen Kapitalerträge aus dem Juniordepot die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse nicht — Voraussetzung: Gesamteinkünfte unter 505 EUR/Monat (Stand 2025). Bei größeren Beträgen kann das Kind aus der Familienversicherung fallen; dann entsteht eine eigene Versicherungspflicht.
Anbieter mit Juniordepot:
Die meisten großen Broker bieten Juniordepots an: ING, comdirect, Consorsbank, DKB, Scalable Capital, Flatex. Bei manchen Neobrokern (z. B. Trade Republic) ist das Angebot noch eingeschränkt oder in Vorbereitung.
Gut zu wissen
Ein monatlicher Sparplan von 50 EUR über 18 Jahre bei 6 % Rendite führt zu ca. 19.300 EUR Endvermögen. Bei 100 EUR/Monat und 6 % sind es rund 38.600 EUR — ausreichend für ein erstes Auto, Studienjahre oder den Eigenanteil an einer Wohnung.
Wichtig zu wissen:
Mit 18 gehört das Depot rechtlich dem Kind — Eltern verlieren jegliche Verfügungsgewalt. Darüber sollte man vorher sprechen und die Verantwortung gemeinsam besprechen. Eine finanzielle Grundbildung vor der Volljährigkeit hilft, einen vernünftigen Umgang mit dem Vermögen zu sichern.
Broker-Wechsel ist heute unkompliziert und oft kostenfrei — lohnt sich, wenn der neue Anbieter deutlich bessere Konditionen bietet. Aber Sparpläne müssen separat mitgedacht werden.
Wie funktioniert ein Depotübertrag?
Du eröffnest ein Depot beim neuen Broker und stellst dort einen Depotübertrag-Antrag. Der alte Broker muss deine Positionen kostenfrei übertragen — gesetzlich geregelt seit 2010 für innerdeutsche Überträge. Der Vorgang dauert typischerweise 2–6 Wochen.
Wichtig: Anschaffungsdaten werden mitübertragen.
Das bedeutet, der Einstandskurs deiner ETFs bleibt erhalten. Ohne diese Übertragung würde der neue Broker die Anteile mit dem aktuellen Kurs als Einstandswert führen — bei einem späteren Verkauf könntest du dann mehr Steuern zahlen, als du müsstest. Der neue Broker fordert die Daten automatisch beim alten an.
Was passiert mit laufenden Sparplänen?
Der Sparplan läuft beim alten Broker weiter, bis du ihn dort kündigst. Beim neuen Broker musst du den Sparplan neu einrichten. Typischer Ablauf:
1. Neues Depot beim Zielbroker eröffnen. 2. Neuen Sparplan einrichten und Einzug auf neues Verrechnungskonto stellen. 3. Alten Sparplan kündigen. 4. Depotübertrag beantragen.
Besonderheit Bruchstücke:
Fraktionelle Anteile sind nicht immer übertragbar. Manche Broker verkaufen Bruchstücke automatisch bei einem Depotübertrag — der Erlös wird dir gutgeschrieben, aber es entsteht ein steuerpflichtiger Verkauf. Vor einem Wechsel beim alten Broker nachfragen, wie Bruchstücke behandelt werden.
Prämien-Angebote der Broker:
Viele Broker zahlen Prämien für Depotüberträge: 50–500 EUR sind üblich, abhängig vom übertragenen Depotvolumen. Aktionen wie „kostenlose Sparpläne für 12 Monate" gibt es regelmäßig bei ING, comdirect, Consorsbank. Vergleich der Aktionen lohnt — aber Vorsicht: Prämien sind als Kapitalertrag steuerpflichtig.
Beim ETF-Sparen gibt es einige typische Fallen, die Rendite kosten oder die Strategie torpedieren. Die gängigsten Fehler und wie du sie umgehst:
Fehler 1: Zu viele ETFs im Depot
Wer 10–15 verschiedene ETFs bespart, hat oft unbemerkt Überschneidungen: Der Welt-ETF hält bereits DAX-Aktien, der Nasdaq-ETF hält bereits US-Tech-Werte. Die gefühlte Diversifikation ist größer als die tatsächliche. Faustregel: 1–3 ETFs reichen für Privatanleger völlig aus. Mehr schafft nur mehr Arbeit bei der Versteuerung und erschwert die Übersicht.
Fehler 2: Markt-Timing probieren
„Ich warte noch, der Markt fällt sicher bald." Wer so denkt, verpasst oft die besten Tage. Studien zeigen: Wer die 10 besten Börsentage eines Jahrzehnts verpasst, halbiert seine Rendite. Der Sparplan zwingt zum regelmäßigen Investieren — das ist sein größter Wert.
Fehler 3: Sparplan bei Crash stoppen
Ein Börsencrash ist der worst case für den Depotwert — aber die beste Gelegenheit, günstig einzukaufen. Wer seinen Sparplan in Krisen pausiert, kauft nicht die billigen Anteile, die später den größten Gewinn bringen. Historisch war jeder Crash nach 3–7 Jahren kompensiert.
Fehler 4: Falsche Anlageklasse wählen
Aktien-ETFs sind für Zeithorizonte ab 10 Jahren gedacht. Wer in 2 Jahren ein Haus kaufen will, sollte nicht in Aktien sparen, sondern Tagesgeld oder Festgeld nutzen. Umgekehrt: Bei 30 Jahren Zeithorizont ist eine reine Aktienquote sinnvoller als ein konservativer Mischfonds.
Fehler 5: Auf aktive Fonds umsteigen
Manche Bankberater empfehlen aktiv gemanagte Fonds statt ETFs — oft mit 5 % Ausgabeaufschlag und 1,5 % jährlicher Gebühr. Studien (S&P SPIVA) zeigen: Über 10 Jahre schlagen 85–95 % der aktiven Fonds ihren Index nicht. Wer einen kostengünstigen ETF-Sparplan durch einen teuren Fonds ersetzt, verliert auf lange Sicht fast garantiert Rendite.
Fehler 6: Steuern ignorieren
Freistellungsauftrag nicht eingerichtet? Dann zahlst du unnötig Steuern auf die ersten 1.000 EUR Kapitalerträge. Depot bei einem ausländischen Broker? Dann musst du Kapitalerträge selbst in der Steuererklärung angeben — das wird gerne vergessen.
Fehler 7: Sparrate nicht anpassen
Wer 2010 mit 100 EUR/Monat begonnen hat und 14 Jahre später immer noch 100 EUR spart, ignoriert Gehaltssteigerungen und Inflation. Faustregel: Alle 2–3 Jahre Sparrate überprüfen und anpassen. Einige Broker bieten automatische Dynamisierung (+5 % pro Jahr).
Gut zu wissen
Der größte Hebel beim ETF-Sparen ist nicht die perfekte Anbieter- oder ETF-Wahl, sondern die Dauer und Konsistenz des Sparens. Wer 30 Jahre lang 200 EUR monatlich bei 6 % Rendite spart, kommt auf über 200.000 EUR. Wer 10 Jahre lang 600 EUR spart, hat trotz gleicher Gesamteinzahlung nur ca. 100.000 EUR.
Bereit für deinen ETF-Sparplan?
Finde den Broker mit kostenlosen Sparplänen und flexiblen Konditionen.
Quellen: BaFin Verbraucherinformation Wertpapiersparpläne, Stiftung Warentest Broker-Vergleich 2025, Investmentsteuerreformgesetz (InvStRefG), Einlagensicherungsgesetz (EinSiG), Verbraucherzentrale ETF-Ratgeber.
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