10 Anbieter vergleichen — Automatisierte Geldanlage mit ETF-Portfolios



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Wie wächst dein Vermögen über die Jahre?
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Schnelle Orientierung, Experten für die Details
Drei Punkte, die vor der Wahl eines Robo-Advisors den Unterschied machen.
Je länger du Geld anlegen kannst, desto höher darf der Aktienanteil sein. Unter 5 Jahre Horizont: defensiver Tarif. Ab 10 Jahren Horizont: offensives Portfolio mit 70 bis 100 Prozent Aktien. Kurzfristige Anlagen gehören nicht in einen Robo-Advisor.
Manche Anbieter werben mit 0,3 Prozent Verwaltung, die Fondskosten liegen aber bei 0,4 Prozent — Gesamtkosten 0,7 Prozent. Andere haben 0,5 Prozent Verwaltung und 0,1 Prozent Fonds — gleich günstig. Achte auf den Wert 'TCO' oder 'Gesamtkosten p.a.' in den Tarifdetails.
Einige Anbieter starten schon ab 0 oder 500 Euro Mindestanlage — perfekt zum Kennenlernen. Wer erst später größere Summen anlegen will, kann klein starten und die Anlage jederzeit aufstocken. Die Mindestanlage sollte kein Hindernis für den Einstieg sein.
Alles was du für eine fundierte Entscheidung wissen musst — verständlich erklärt.
Das solltest du wissen
Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung, die dein Geld automatisiert in breit gestreute Wertpapier-Portfolios investiert. "Robo" steht dabei nicht für einen physischen Roboter, sondern für den Algorithmus, der nach deinen Vorgaben — Anlagesumme, Horizont, Risikotoleranz — ein passendes Portfolio zusammenstellt, laufend überwacht und bei Bedarf anpasst.
So läuft der Prozess typischerweise ab:
Nach der Registrierung durchläufst du einen Eignungstest (WpHG-Geeignetheitsprüfung), der etwa 10 bis 15 Fragen zu deinen finanziellen Verhältnissen, Anlagezielen und deiner Risikobereitschaft stellt. Auf Basis deiner Antworten ordnet der Algorithmus dich einem von typischerweise 5 bis 10 Risikoprofilen zu — von "konservativ" (20 Prozent Aktien, 80 Prozent Anleihen) bis "offensiv" (100 Prozent Aktien).
Die eigentliche Geldanlage erfolgt dann über ETFs (passive Indexfonds) oder — bei manchen Anbietern wie Whitebox — auch über aktiv verwaltete Fonds. Dein Geld wird auf ein Depot bei einer Partnerbank überwiesen, die Portfoliokonstruktion übernimmt der Robo vollständig automatisch. Du siehst jederzeit den aktuellen Stand in der App oder im Webportal.
Gut zu wissen
Ein Robo-Advisor ist rechtlich eine Finanzportfolioverwaltung gemäß §1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG. Der Anbieter benötigt dafür eine BaFin-Lizenz oder agiert als vertraglich gebundener Vermittler einer Bank. Deine Wertpapiere liegen immer auf deinem eigenen Namen bei einer separaten Depotbank — nicht beim Robo-Advisor selbst.
Rebalancing: Das Herzstück der automatisierten Verwaltung
Wenn Aktienmärkte stark steigen, verschiebt sich die Gewichtung deines Portfolios von der ursprünglichen Zielallokation weg. Aus einer 60/40-Aufteilung (Aktien/Anleihen) kann nach einer Rallye eine 70/30 werden — dein Risiko ist nun höher als gewollt. Ein Robo-Advisor erkennt diese Abweichungen automatisch und kauft bzw. verkauft entsprechende Anteile, um die Zielgewichtung wiederherzustellen. Das passiert meist quartalsweise oder bei Abweichungen über einem bestimmten Schwellenwert (z.B. 5 Prozent). Viele Anbieter kombinieren das mit Tax-Loss-Harvesting zur Steueroptimierung.
Der klassische Weg zur Vermögensanlage führt über einen Bankberater oder Finanzberater, der dir einzelne Fonds, Zertifikate oder Mischfonds verkauft — meist mit Ausgabeaufschlag (3 bis 5 Prozent) und jährlichen Verwaltungsgebühren. Ein Robo-Advisor ersetzt diesen Prozess durch Software und senkt dadurch die Kosten drastisch.
| Merkmal | Robo-Advisor | Bankberatung | Honorarberater |
|---|---|---|---|
| Kosten p.a. | 0,4 bis 1,3 % | 1,5 bis 2,5 % | 800 bis 3.000 EUR Einmalhonorar |
| Mindestanlage | 0 bis 10.000 EUR | meist 10.000 EUR+ | keine Vorgabe |
| Produktauswahl | meist nur ETFs | hauseigene Fonds bevorzugt | völlig frei |
| Interessenkonflikt | gering (Honorar) | hoch (Provisionen) | keiner |
| Verfügbarkeit | 24/7 online | Termine vor Ort | Termine vor Ort |
| Persönliche Beratung | Nur Chat/Hotline | Face-to-face | Face-to-face |
Wer profitiert am meisten?
- Einsteiger mit 500 bis 25.000 Euro: Der Robo-Advisor ist hier klar im Vorteil — keine teure Beratung, die sich bei kleineren Summen nicht rechnet, aber trotzdem professionelle Diversifikation. - Sparer mit Hang zur Bequemlichkeit: Wer sich nicht selbst mit ETF-Auswahl und Rebalancing beschäftigen will, bekommt beim Robo die volle Betreuung für einen Bruchteil des Bankberater-Honorars. - Nachhaltige Anleger: Fast alle Robo-Advisors bieten ESG-Varianten mit nur wenigen Euro Aufpreis — bei Banken ist das oft mit hohen Fondsgebühren verbunden.
Achtung
Robo-Advisors ersetzen keine ganzheitliche Finanzplanung. Bei komplexen Lagen (Unternehmensgründung, Erbschaft, Scheidung, Immobilienverkauf) sind Honorarberater oder Steuerberater die bessere Wahl. Der Robo fokussiert sich rein auf die Kapitalanlage — nicht auf Steuern, Versicherungen oder Testament.
Du willst die Robo-Advisor direkt vergleichen?
Der größte strategische Unterschied zwischen Robo-Advisors liegt in der Frage: passiv oder aktiv?
Passive Robo-Advisors (ETF-basiert)
Die Mehrheit der Anbieter (quirion, Scalable, growney, Ginmon, comdirect, OSKAR) setzt ausschließlich auf ETFs. Die Begründung: Studien zeigen immer wieder, dass 80 bis 90 Prozent der aktiv gemanagten Fonds über lange Zeiträume schlechter abschneiden als ihr Vergleichsindex — nach Kosten. Ein ETF auf den MSCI World (ca. 0,20 Prozent TER) schlägt die meisten Weltaktienfonds auf 10-Jahres-Sicht.
Vorteile des ETF-Ansatzes:
- Niedrige Gesamtkosten (0,4 bis 0,9 Prozent p.a. inkl. Fondskosten) - Maximale Transparenz — jeder ETF hat ein klar definiertes Index-Ziel - Breite Streuung über Tausende Einzelwerte - Keine Manager-Abhängigkeit
Aktive und Mixed-Ansätze
Einige Anbieter wie Whitebox, Evergreen oder bestimmte Premium-Tarife von Scalable (WEALTH) nutzen auch aktiv verwaltete Strategien oder Derivate zur taktischen Anpassung. Die Idee: In Krisenphasen kann ein Manager schneller reagieren als ein starrer ETF-Ansatz. Praktisch ist das Ergebnis gemischt — in der Corona-Krise 2020 haben einige aktive Robo-Advisors die Verluste tatsächlich begrenzt, in den folgenden Rally-Phasen hinkten sie aber der passiven Konkurrenz hinterher.
Gut zu wissen
"Aktiv" heißt bei Robo-Advisors nicht dasselbe wie bei klassischen Investmentfonds. Die meisten aktiven Robos arbeiten mit regelbasierten, quantitativen Modellen — nicht mit subjektiven Einschätzungen eines Fondsmanagers. Der Unterschied zur rein passiven Strategie ist oft kleiner als Marketing-Broschüren suggerieren.
Welcher Ansatz für wen?
Für Einsteiger und Sparer mit langem Horizont (10+ Jahre) ist der ETF-Ansatz meist die bessere Wahl — niedrige Kosten, hohe Planbarkeit. Wer das Gefühl braucht, dass jemand in Krisen "etwas tut" oder wer an alternative Renditequellen (Rohstoffe, Private Equity) glaubt, ist mit einem aktiven Ansatz eher zufrieden — muss aber die höheren Kosten akzeptieren.
Die Einstiegshürden bei Robo-Advisors sind in den letzten Jahren stark gefallen — früher waren 10.000 Euro Standard, heute starten viele Anbieter bei 0 oder 500 Euro.
Überblick typischer Mindestanlagen:
- Ohne Mindestanlage (0 EUR): quirion, growney, Evergreen — hier kannst du auch nur mit dem Sparplan starten und brauchst keine Einmalanlage. - Niedrige Hürden (100 bis 1.000 EUR): Scalable Capital (1 EUR), OSKAR (500 EUR), Raisin Bank (1.000 EUR). - Mittlere Hürden (2.500 bis 10.000 EUR): Ginmon (2.500 EUR), comdirect (3.000 EUR), Whitebox (5.000 EUR). - Hohe Hürden (25.000 EUR+): Scalable WEALTH und Premium-Vermögensverwaltungen, spezielle Family-Office-Angebote.
Sparplan vs. Einmalanlage — welcher Weg?
Wer regelmäßig Geld zur Seite legt, profitiert vom Cost-Averaging-Effekt: Bei fallenden Kursen bekommst du mehr ETF-Anteile für dein Geld, bei steigenden weniger. Über Jahre glättet sich der Durchschnittspreis. Robo-Advisors bieten Sparpläne meist ab 25 bis 50 Euro pro Monat an — perfekt für Berufseinsteiger oder Studierende.
Wer eine größere Summe auf einen Schlag anlegen kann (z.B. aus Erbschaft oder Abfindung), startet besser mit einer Einmalanlage plus optional kleinem Sparplan. Historisch hat die Einmalanlage bei steigenden Märkten fast immer besser abgeschnitten als das "Streuen" über mehrere Monate — dafür ist das Timing-Risiko höher.
Gut zu wissen
Die meisten Robo-Advisors erlauben jederzeit zusätzliche Einzahlungen ohne Mindestbetrag. Du musst dich also nicht zwischen Einmalanlage und Sparplan entscheiden — beides parallel geht fast immer.
Du kennst jetzt die Kriterien — finde den passenden Anbieter.
Die Gesamtkosten eines Robo-Advisors setzen sich aus mindestens zwei Komponenten zusammen — und genau hier lohnt sich der Vergleich, weil viele Anbieter nur mit einem der beiden Werte werben.
Komponente 1: Verwaltungsgebühr (Service Fee)
Das ist die Gebühr, die der Robo-Advisor für seine Dienstleistung berechnet — Algorithmus, Rebalancing, Steueroptimierung, App, Support. Sie wird vierteljährlich vom Depot abgezogen und liegt typischerweise zwischen 0,3 und 1,0 Prozent pro Jahr. Beispiele (Stand 2026):
- quirion Digital: 0,48 % p.a. - Scalable Capital: 0,75 % p.a. - growney: 0,38 % p.a. (ab 5.000 EUR) bzw. 0,68 % (unter 5.000 EUR) - Ginmon: 0,75 % p.a. - comdirect cominvest: 0,95 % p.a.
Komponente 2: Fondskosten (TER)
Jeder ETF im Portfolio hat eine eigene Kostenquote — die Total Expense Ratio (TER). Diese wird nicht direkt abgerechnet, sondern im Kurs des ETFs eingepreist. Typisch sind 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr, bei speziellen oder ESG-ETFs auch 0,3 bis 0,5 Prozent.
Die einzige sinnvolle Vergleichsgröße: Gesamtkosten (TCO)
Nur die Summe aus Verwaltungsgebühr + gewichteter TER ergibt die wahren Kosten. Beispielrechnung:
| Anbieter | Verwaltung | TER (Fonds) | Gesamt (TCO) | Kosten auf 10k EUR |
|---|---|---|---|---|
| growney | 0,38 % | 0,18 % | 0,56 % | 56 EUR p.a. |
| quirion | 0,48 % | 0,19 % | 0,67 % | 67 EUR p.a. |
| Scalable | 0,75 % | 0,15 % | 0,90 % | 90 EUR p.a. |
| Ginmon | 0,75 % | 0,21 % | 0,96 % | 96 EUR p.a. |
| comdirect | 0,95 % | 0,20 % | 1,15 % | 115 EUR p.a. |
Achtung
Vorsicht bei Hochglanz-Marketing: Einige Anbieter werben mit "nur 0,3 Prozent Gebühren" — und meinen die Verwaltungsgebühr. Wer die Fondskosten nicht mitrechnet, unterschätzt die wahren Kosten um 30 bis 50 Prozent. Frag IMMER nach der TCO-Angabe oder rechne selbst nach.
Versteckte Kosten: Spread und Transaktionskosten
Beim Kauf und Verkauf von ETFs fallen Spreads (Geld-Brief-Differenz, 0,02 bis 0,3 Prozent je Transaktion) und bei manchen Brokern Ordergebühren an. Bei Robo-Advisors sind diese meist in die Verwaltungsgebühr einkalkuliert — aber nicht immer. Ein Blick ins Preis-Leistungs-Verzeichnis schafft Klarheit.
Der Kern jedes Robo-Advisors ist das Risikoprofil — die Aufteilung zwischen risikoreichen Anlagen (Aktien, Rohstoffe) und risikoarmen (Anleihen, Geldmarkt). Diese Zuordnung passiert beim Onboarding über einen Eignungstest, der gesetzlich vorgeschrieben ist (§64 Abs. 3 WpHG).
Typische Risikoprofile im Überblick:
- Sehr defensiv / Konservativ (Profil 1): 10 bis 25 % Aktien, 75 bis 90 % Anleihen. Erwartete Rendite: 2 bis 3 % p.a. Maximaler Drawdown: 5 bis 10 %. Geeignet für: Horizont unter 5 Jahre, geringe Risikotoleranz. - Defensiv (Profil 2-3): 30 bis 45 % Aktien. Erwartete Rendite: 3 bis 4 % p.a. Drawdown: 10 bis 15 %. - Ausgewogen (Profil 4-5): 50 bis 65 % Aktien. Erwartete Rendite: 4 bis 5,5 % p.a. Drawdown: 15 bis 25 %. Das "goldene Mittel" für viele Anleger mit 5 bis 10 Jahren Horizont. - Wachstumsorientiert (Profil 6-8): 70 bis 85 % Aktien. Erwartete Rendite: 5,5 bis 7 % p.a. Drawdown: 25 bis 35 %. - Offensiv (Profil 9-10): 90 bis 100 % Aktien. Erwartete Rendite: 6 bis 8 % p.a. Drawdown: 35 bis 55 %. Nur für langen Horizont (15+ Jahre) und hohe Risikotoleranz.
Anzahl verfügbarer Strategien
Einige Anbieter bieten fein gestufte Profile (z.B. Ginmon mit 10 Strategien), andere nur 3 bis 5 Optionen (OSKAR, growney). Mehr Auswahl bedeutet theoretisch präzisere Abbildung, praktisch sind die Unterschiede zwischen Profil 5 und 6 meist marginal. Entscheidender ist die ungefähre Aktienquote.
Gut zu wissen
Dein Risikoprofil ist nicht in Stein gemeißelt. Jeder Robo erlaubt jederzeit einen Wechsel — sinnvoll zum Beispiel, wenn du in der Corona-Krise 2020 gemerkt hast, dass du bei 25 Prozent Minus schlechter schläfst als gedacht. Ein Wechsel zu einem defensiveren Profil ist keine Niederlage, sondern ehrliche Selbsteinschätzung.
Spezialstrategien: Thematische Portfolios
Manche Anbieter bieten neben den Standardprofilen auch thematische Strategien: Megatrend-Portfolios (Scalable), Faktor-ETFs (quirion PRIVAT), Dividend-Strategien oder Emerging-Markets-Fokus. Diese lohnen sich vor allem als Beimischung zum Hauptportfolio — als alleinige Anlage sind sie zu konzentriert und volatil.
Bereit für den nächsten Schritt?
Nachhaltigkeit ist bei Robo-Advisors inzwischen Standard — fast alle großen Anbieter bieten ESG-Varianten ihrer Portfolios an. Die Frage ist weniger "ob", sondern "wie streng" die Kriterien angewandt werden.
Was ESG konkret bedeutet
ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). In der Praxis gibt es drei Hauptansätze:
- Negativ-Screening (Exclusion): Ausschluss kontroverser Branchen wie Waffen, Tabak, Kohle. Das ist der häufigste und günstigste Ansatz. - Positiv-Screening (Best-in-Class): Auswahl der nachhaltigsten Unternehmen innerhalb jeder Branche (z.B. der "grünste" Ölkonzern bleibt drin). Umstritten wegen fehlender Stringenz. - Impact Investing: Fokus auf Unternehmen mit messbar positivem Umwelt- oder Sozialeffekt. Am teuersten, am engsten gefasst.
Welche Robo-Advisors bieten was?
- quirion PRIVAT Green: Aktien-ETFs mit MSCI SRI-Indizes (Best-in-Class + Exclusion). - Scalable Capital ESG: Eigene ESG-Strategie mit SRI-ETFs, einige Prozent teurer als Standard. - growney nachhaltig: SRI-ETFs, identische Verwaltungsgebühr wie Standard-Portfolio. - Ginmon Green Edition: 100 % ESG-Screening, auch Anleihenseite. - Whitebox ESG: Konservativste Selektion, höhere Mindestanlage. - Evergreen Tomorrow: Eigene nachhaltige Aktien-Strategie.
| Robo-Advisor | ESG-Tarif | Aufpreis gegenüber Standard | Strengegrad |
|---|---|---|---|
| quirion Green | PRIVAT Green | 0,00 % | Mittel (SRI) |
| Scalable ESG | ESG | 0,00 % | Mittel |
| growney nachhaltig | Eigene Linie | 0,00 % | Mittel |
| Ginmon Green | Green Edition | 0,00 % | Hoch |
| Whitebox ESG | ESG-Portfolio | 0,05 bis 0,10 % | Sehr hoch |
| Evergreen Tomorrow | Tomorrow | auf Anfrage | Mittel-Hoch |
Achtung
Greenwashing-Vorsicht: ESG-Etiketten sind in Deutschland kaum standardisiert. Ein Portfolio kann "nachhaltig" heißen und trotzdem 3 Prozent Ölkonzerne enthalten. Schau dir die Top-10-Positionen an — meist findest du sie im Factsheet. Wenn du Total, Shell oder Exxon siehst, ist das ESG-Label nicht streng.
Performance-Unterschied ESG vs. Standard
Langfristig (10 Jahre und mehr) liegen ESG- und Standard-Portfolios oft nur 0,2 bis 0,5 Prozent pro Jahr auseinander — mal vor, mal zurück. In Zeiten hoher Energiepreise (2022) haben ESG-Portfolios ohne Öl- und Rüstungswerte schlechter abgeschnitten. In der Technologie-Rally 2023/2024 haben sie wiederum besser performt. Über lange Zeiträume gleicht sich das aus — für wen Nachhaltigkeit wichtig ist, zahlt also selten einen Rendite-Aufpreis.
Die häufigste Grundsatzfrage: Robo-Advisor oder lieber selbst einen ETF-Sparplan einrichten? Beide Wege führen zum Vermögensaufbau, aber mit unterschiedlichem Aufwand und unterschiedlichen Kosten.
Kostenvergleich auf 10.000 Euro Anlage, 20 Jahre Horizont:
| Weg | Kosten p.a. | Kosten gesamt 20J | Endvermögen (6 % p.a.) | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| Selbstgebauter ETF-Sparplan (1-2 ETFs) | 0,20 % | ~400 EUR | 32.071 EUR | +0 |
| Robo-Advisor günstig (growney) | 0,56 % | ~1.120 EUR | 30.000 EUR | -2.071 EUR |
| Robo-Advisor Mittelklasse (quirion) | 0,67 % | ~1.340 EUR | 29.400 EUR | -2.671 EUR |
| Robo-Advisor premium (Scalable) | 0,90 % | ~1.800 EUR | 28.150 EUR | -3.921 EUR |
Über 20 Jahre kostet der Robo-Advisor gegenüber einem DIY-ETF-Sparplan zwischen 6 und 12 Prozent des Endvermögens. Das ist signifikant — aber nicht alles.
Was der Robo dir gibt, was der Sparplan nicht hat
- Automatisches Rebalancing: Verhindert, dass dein Portfolio nach Jahren bullischer Phasen zu aktienlastig wird. - Steueroptimierung: Automatische Nutzung des Sparer-Pauschbetrags, Verlustverrechnung zwischen ETFs. - Zugang zu kuratierten Portfolios: 7 bis 10 ETFs vs. meist nur 1 bis 2 beim Selbstbau — bessere Diversifikation. - Ausfall-Versicherung gegen deine eigene Psyche: In Krisen nimmt der Robo dir die Panikverkaufs-Entscheidung ab.
Gut zu wissen
Wer disziplinierter Sparer ist und sich zutraut, in einer Krise NICHT zu verkaufen, fährt mit einem einfachen "70 % MSCI World + 30 % Emerging Markets"-Sparplan zu 0,2 Prozent TER meist günstiger als jeder Robo-Advisor. Für alle anderen rechtfertigen Komfort und Verhaltens-Schutz die 0,4 bis 0,7 Prozent Aufpreis.
Hybride Strategie: Das Beste aus beiden Welten
Eine clevere Kombination: Kernportfolio über ETF-Sparplan (80 Prozent des Vermögens, niedrige Kosten), daneben ein Robo-Advisor für thematische Strategien oder ESG-Varianten (20 Prozent), die du selbst nicht abbilden willst. So hältst du die Durchschnittskosten niedrig und bekommst trotzdem Diversifikation in Spezialbereiche.
Ein häufiges Missverständnis: "Was passiert, wenn der Robo-Advisor pleite geht?" — die Antwort ist beruhigender, als viele denken.
Dein Geld liegt nie beim Robo-Advisor selbst
Jeder deutsche Robo-Advisor arbeitet mit einer separaten Partner-Depotbank zusammen, die die Wertpapiere für dich verwahrt. Dein Depot und dein Verrechnungskonto laufen auf deinen eigenen Namen bei dieser Bank — der Robo-Advisor hat nur die Verwaltungsvollmacht, nicht das Eigentum. Geht der Robo insolvent, bleiben deine ETFs unangetastet und werden entweder zu einer anderen Depotbank übertragen oder du kannst sie selbst verkaufen.
Die wichtigsten Partner-Depotbanken im Überblick:
| Robo-Advisor | Partner-Depotbank | Sitz |
|---|---|---|
| quirion | Baader Bank AG | Unterschleißheim |
| Scalable Capital | Baader Bank AG / Scalable Capital Bank | München |
| growney | Sutor Bank | Hamburg |
| Ginmon | DAB BNP Paribas | Nürnberg |
| comdirect cominvest | comdirect (Commerzbank-Tochter) | Quickborn |
| Whitebox | FIL Fondsbank | Kronberg |
| OSKAR | Baader Bank AG | Unterschleißheim |
| Raisin Bank Invest | Raisin Bank | Frankfurt |
| Evergreen | Sutor Bank | Hamburg |
Gesetzliche Einlagensicherung: 100.000 EUR
Das Bargeld auf dem Verrechnungskonto unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung gemäß Einlagensicherungsgesetz (EinSiG). Je Kunde und Bank sind 100.000 Euro abgesichert — bei Ehepaaren und gemeinsamen Konten 200.000 Euro. Diese Grenze gilt nur für Bareinlagen, nicht für Wertpapiere.
Sondervermögen: ETFs sind zusätzlich geschützt
ETFs und Fonds sind nach KAGB als Sondervermögen vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Das heißt: Selbst wenn die KVG (Kapitalverwaltungsgesellschaft) insolvent wird, bleiben die ETF-Anteile dein Eigentum. Sie werden im schlimmsten Fall entweder an eine andere KVG übertragen oder liquidiert — der Wert bleibt erhalten (abzüglich Marktpreis zum Liquidationszeitpunkt).
Achtung
Keine Garantie gegen Marktverluste: Einlagensicherung und Sondervermögen schützen dich vor der Insolvenz des Anbieters — NICHT vor Kursverlusten. Wenn der MSCI World 40 Prozent fällt, verlierst du in jedem Portfolio Geld, egal wo du es anlegst. Das Marktrisiko bleibt immer bei dir.
Wer Robo-Advisor-Werbung liest, findet oft Renditeangaben von 6 bis 9 Prozent pro Jahr. Das ist nicht falsch, aber auch nicht die ganze Wahrheit — diese Zahlen beruhen auf historischen Backtests, nicht auf garantierten Erträgen.
Historische Performance vs. Zukunftserwartung
Der MSCI World hat über die letzten 30 Jahre durchschnittlich etwa 7,5 Prozent pro Jahr gemacht (in EUR, inkl. Dividenden, nach Inflation ca. 5 Prozent). Ein ausgewogenes 60/40-Portfolio (Aktien/Anleihen) kam auf 5,5 bis 6 Prozent p.a. Diese Werte sind aber historische Durchschnitte — in einzelnen Jahren schwanken Renditen zwischen -40 und +35 Prozent.
Realistische Erwartungen nach Risikoprofil (2026-Perspektive):
| Profil | Aktienquote | Erw. Rendite p.a. | Maximaler Drawdown | Volatilität |
|---|---|---|---|---|
| Konservativ | 20 % | 2,5 bis 3,5 % | 5 bis 10 % | 4 bis 7 % |
| Defensiv | 40 % | 3,5 bis 4,5 % | 10 bis 15 % | 7 bis 10 % |
| Ausgewogen | 60 % | 4,5 bis 5,5 % | 15 bis 25 % | 10 bis 13 % |
| Wachstum | 80 % | 5,5 bis 6,5 % | 25 bis 35 % | 13 bis 17 % |
| Offensiv | 100 % | 6 bis 7,5 % | 35 bis 55 % | 17 bis 22 % |
Warum die Zahlen nicht in die Zukunft gelten müssen
Die letzten 15 Jahre waren eine außerordentliche Bullen-Phase für Aktien — getrieben durch Zinssenkungen auf fast null, Mega-Caps wie Apple und Microsoft, und Geldpolitik. Viele Experten rechnen mit niedrigeren Durchschnittsrenditen in den kommenden Dekaden (4 bis 5 Prozent real statt 6 bis 7 Prozent). Deine Planung sollte konservativ sein — besser 5 Prozent p.a. ansetzen als 8 und später enttäuscht werden.
Gut zu wissen
Die Kosten verbrauchen einen signifikanten Teil der Rendite. Bei 5 Prozent Bruttorendite p.a. und 0,9 Prozent Kosten bleiben 4,1 Prozent netto. Auf 20 Jahre macht das ein Differenz-Endvermögen von 15 bis 20 Prozent aus. Deshalb lohnen sich günstige Anbieter besonders bei langem Horizont.
Der mentale Vorbereitungs-Check
Bevor du startest: Stell dir vor, dein Portfolio macht im ersten Jahr -20 Prozent. Aus 10.000 Euro werden 8.000 Euro. Würdest du durchhalten? Wenn nein, wähl ein defensiveres Profil. Die schlimmsten Verluste machen Anleger, die in Panik zum Tiefpunkt verkaufen und ihre Verluste realisieren — dagegen hilft nur ein Profil, bei dem du auch in Stressphasen nicht das Handtuch wirfst.
In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die Abgeltungssteuer = 1,375 Prozent) und ggf. Kirchensteuer (8 bis 9 Prozent auf die Abgeltungssteuer). Insgesamt also ca. 26,375 bis 28 Prozent auf Gewinne.
Was wird besteuert?
- Kursgewinne bei Verkauf: Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. - Dividenden und Zinsen: Direkte Ausschüttungen von ETFs, Fonds und Anleihen. - Vorabpauschale: Seit 2018 für thesaurierende Fonds — eine fiktive Jahresrendite wird jährlich besteuert (auch ohne Verkauf), später bei Verkauf gegengerechnet.
Sparer-Pauschbetrag nutzen
Jede Person hat 1.000 Euro Freibetrag pro Jahr (Ehepaare 2.000 Euro). Um diesen automatisch vom Robo nutzen zu lassen, muss bei der Partner-Depotbank ein Freistellungsauftrag eingerichtet werden. Das geht online bei der Eröffnung oder nachträglich — die meisten Robos übernehmen das automatisch auf Antrag. Ohne Freistellungsauftrag zahlst du erst Abgeltungssteuer und musst dir den Betrag über die Steuererklärung zurückholen.
Gut zu wissen
Der Freibetrag gilt pro Bank — wenn du mehrere Depots hast (z.B. Robo + ETF-Sparplan bei anderem Broker), solltest du den 1.000-Euro-Freibetrag auf beide verteilen. Die meisten Robos zeigen dir in der App an, wie viel Freibetrag bereits genutzt wurde.
Automatische Steueroptimierung
Viele Robo-Advisors bieten Tax-Loss-Harvesting: Wenn ein ETF im Minus steht, wird er zum Verlust verkauft und durch einen vergleichbaren ersetzt — die realisierten Verluste können dann in der Steuererklärung mit Gewinnen verrechnet werden. Das kann pro Jahr 0,1 bis 0,3 Prozent zusätzliche Nettorendite bringen — abhängig von Portfoliogröße und Marktphase.
Besteuerung von ETFs: Teilfreistellung
Aktien-ETFs (Aktienanteil über 51 %) sind zu 30 % teilfreigestellt — du zahlst nur auf 70 % des Gewinns Abgeltungssteuer. Mischfonds (mindestens 25 % Aktien) sind zu 15 % teilfreigestellt. Anleihen-ETFs sind nicht teilfreigestellt. Der Robo-Advisor berücksichtigt das automatisch.
Achtung
Vorsicht bei ausländischen Depotbanken: Manche digitale Vermögensverwalter wickeln das Depot in Luxemburg oder Österreich ab (z.B. Evergreen über estnische Lhv). Dann greift die deutsche automatische Abgeltungssteuer nicht — du musst die Erträge selbst in der Steuererklärung (Anlage KAP) angeben. Das ist nicht illegal, aber aufwändig.
Ein Wechsel zwischen Robo-Advisors ist technisch möglich, aber nicht immer steuerlich optimal. Hier die wichtigsten Szenarien:
Fall 1: Kündigung und komplette Auszahlung
Du beendest das Vertragsverhältnis, der Robo verkauft alle ETFs, der Betrag (abzüglich Abgeltungssteuer auf realisierte Gewinne) wird auf dein Girokonto überwiesen. Dauer: 2 bis 5 Bankarbeitstage. Kosten: in der Regel keine Kündigungsgebühren. Steuerliche Folge: ALLE Gewinne werden fällig und versteuert — auch wenn du das Geld sofort wieder anlegen willst.
Fall 2: Depotübertrag zu einem anderen Broker
Statt zu verkaufen, kannst du die ETFs als Sachwerte auf ein anderes Depot übertragen lassen ("Depotwechsel"). Die Wertpapiere bleiben in deinem Besitz, die Haltefristen laufen weiter, keine Abgeltungssteuer fällig. Das geht bei allen Robo-Advisors, aber nicht immer automatisiert — meist musst du ein Formular ausfüllen und der neue Broker übernimmt den Rest.
Gut zu wissen
Der Depotübertrag ist in den meisten Fällen kostenlos (gesetzlich seit 2012 verpflichtend zwischen EU-Brokern gratis). Nur einige Spezialprodukte (z.B. hausinterne Fonds oder Zertifikate) können Gebühren auslösen. Bei reinen ETF-Portfolios gibt es keine Probleme.
Fall 3: Wechsel innerhalb desselben Anbieters
Viele Robo-Advisors erlauben auch einen Strategie-Wechsel innerhalb des gleichen Anbieters (z.B. von Standard auf ESG, oder von Risikoprofil 5 auf 7). Das ist meist kostenlos und schnell — die Position wird neu ausbalanciert, es fallen nur Spreadkosten an. Achtung: Wenn dabei ETFs verkauft werden, löst das Abgeltungssteuer aus.
Fallstricke beim Wechsel
- Vorabpauschale: Wenn du im laufenden Jahr wechselst, ist die Vorabpauschale bereits für das Vorjahr berechnet worden. Den Nachweis musst du selbst beim neuen Anbieter einreichen, damit er beim späteren Verkauf nicht doppelt besteuert wird. - Freistellungsauftrag: Bei jedem Depotwechsel musst du einen neuen Freistellungsauftrag einrichten — er geht nicht automatisch mit über. - Historische Einstandskurse: Die neuen Broker übernehmen die Anschaffungskosten (FIFO-Prinzip) — prüf nach dem Übertrag, ob die Werte korrekt übernommen wurden.
Wann lohnt sich ein Wechsel überhaupt?
Ein Wechsel wegen 0,1 Prozent niedrigerer Gebühren rechnet sich selten — die Transaktionskosten und der Aufwand fressen den Vorteil auf. Lohnenswert wird es ab etwa 0,3 Prozent Kostenunterschied und Anlagesummen über 25.000 Euro. Bei kleineren Beträgen ist die Psychologie wichtiger als die Optimierung: Bleib bei dem Anbieter, mit dessen App und Service du zufrieden bist.
Bereit für deinen Robo-Advisor-Vergleich?
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Quellen: Wertpapierhandelsgesetz (WpHG §§63 ff. zu Wohlverhaltenspflichten), Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB zu Vermögensverwaltung), BaFin-Merkblatt Finanzportfolioverwaltung, Einlagensicherungsgesetz (EinSiG, 100.000 EUR pro Bank), Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), Stiftung Warentest Finanztest Ausgaben 2024/2025 zu Robo-Advisors, Extra-ETF-Studie Robo-Advisor 2025, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Anbieterregister.
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