9 Broker für Kinderdepots im Vergleich — kostenlos, ETF-fokussiert





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Wie wächst das Kindervermögen bis zum 18. Geburtstag?
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Schnelle Orientierung, Experten für die Details
Drei Punkte, die für dein Kind über die Lebenszeit den größten Unterschied machen.
Bei einem Sparplan von 50 Euro pro Monat über 18 Jahre und einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6 % hat das Kind zur Volljährigkeit rund 19.500 Euro angespart — bei nur 10.800 Euro tatsächlich eingezahlten Beiträgen. Je früher der Start, desto mehr Zeit hat der Zinseszinseffekt zu arbeiten.
Klassische Sparbücher und Tagesgeldkonten verlieren durch Inflation real an Kaufkraft. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan (z.B. MSCI World oder FTSE All-World) ist langfristig die rendite-stärkere Lösung. Bei 18 Jahren Anlagehorizont sind Kursschwankungen in der Regel kein Problem.
Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt fallen auf Kapitalerträge des Kindes bis ca. 12.600 Euro pro Jahr keine Steuern an — das Geld bleibt komplett im Depot. Die Bescheinigung gilt 3 Jahre und ist gerade bei größeren Einzahlungen oder Dividenden-ETFs Pflicht.
Alles was du für eine fundierte Entscheidung wissen musst — verständlich erklärt.
Das solltest du wissen
Ein Juniordepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjährigen Kindes läuft, von den Eltern oder gesetzlichen Vertretern aber treuhänderisch verwaltet wird. Rechtlich gehören das eingezahlte Geld und alle gekauften Wertpapiere dem Kind — die Eltern haben lediglich Verwaltungsbefugnis bis zum 18. Geburtstag. Das ist der zentrale Unterschied zum klassischen Eltern-Depot, in dem die Eltern selbst die Eigentümer bleiben und das Geld dem Kind nur mental "zugeordnet" ist.
So läuft die Eröffnung typischerweise ab:
Beide Elternteile (bei gemeinsamem Sorgerecht) müssen die Kontoeröffnung unterschreiben. Dazu kommen die Geburtsurkunde des Kindes, die Steuer-Identifikationsnummer (kommt automatisch wenige Wochen nach der Geburt per Post) und die Personalausweise der Eltern. Bei den meisten Online-Brokern (comdirect, ING, DKB) läuft das per Video-Identifikation der Eltern und Postversand der Geburtsurkunde-Kopie ab. Die Eröffnung dauert ein bis zwei Wochen.
Sobald das Depot aktiv ist, können Eltern Einzahlungen vornehmen — entweder als Einmalbeträge (Geburtsgeschenke, Erbe) oder über einen ETF-Sparplan ab 1 bis 50 Euro pro Monat. Die Geldanlage selbst funktioniert wie ein normales Depot: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Edelmetalle. Manche Banken erlauben auch Optionsgeschäfte, das ist bei Juniordepots aber selten sinnvoll.
Gut zu wissen
Sobald Geld ins Juniordepot eingezahlt wurde, gehört es rechtlich dem Kind und kann nicht mehr beliebig zurückgenommen werden. Eltern dürfen Geld nur für "Belange des Kindes" entnehmen — etwa für Schulausstattung oder Schullandheim. Eine Entnahme für eigene Zwecke (z.B. Eltern-Urlaub) ist rechtlich Untreue.
Verfügung im Erbfall
Stirbt ein Elternteil, geht das Vermögen des Kindes nicht in den Nachlass ein — es bleibt unangetastet beim Kind. Stirbt das Kind, wird das Depot Teil des Kindesnachlasses und fällt nach gesetzlicher Erbfolge an die Eltern (zu gleichen Teilen, sofern beide noch leben) oder Geschwister. Manche Anbieter verlangen für den Erbfall einen Erbschein, andere arbeiten mit einer einfachen Sterbeurkunde.
Der größte Vorteil eines Juniordepots ist der Zinseszinseffekt über lange Zeiträume. Wer ab Geburt monatlich 50 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF einzahlt, hat bei 6 % durchschnittlicher Jahresrendite zur Volljährigkeit rund 19.500 Euro angespart — bei tatsächlich eingezahlten 10.800 Euro. Bei 100 Euro pro Monat sind es bereits 39.000 Euro. Das gleiche Geld auf einem Sparbuch zu 1 % Zins ergäbe nur ca. 11.900 Euro.
Kinder haben höhere Steuerfreibeträge als Erwachsene:
Ein minderjähriges Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (Stand 2026), zusätzlich den allgemeinen Grundfreibetrag von rund 11.604 Euro pro Jahr. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt bleiben Kapitalerträge bis ca. 12.604 Euro pro Jahr komplett steuerfrei. Selbst bei einem größeren Depot von 200.000 Euro Anlagebetrag und 4 % Dividendenrendite (8.000 Euro) fällt damit keine Abgeltungssteuer an.
Früh erlerntes Finanzwissen ist unbezahlbar
Ein Juniordepot bietet eine konkrete Lerngelegenheit: Wenn Eltern ihren Kindern ab etwa 8 bis 10 Jahren regelmäßig die Depot-Entwicklung zeigen — Marktcrashs, Erholung, Sparrate, langfristige Kurve — entsteht ein realistisches Verständnis für Kapitalmärkte. Studien zeigen, dass junge Erwachsene mit Eltern-vermitteltem Finanzwissen statistisch höhere Sparquoten haben und seltener in Konsumkreditfallen geraten.
Gut zu wissen
Praxistipp: Spätestens ab 14 Jahren das Kind in die Anlage-Entscheidungen einbeziehen — gemeinsame ETF-Auswahl, Erklärung von Diversifikation, Diskussion über Marktphasen. So liegt am 18. Geburtstag nicht nur Geld auf dem Konto, sondern auch das Wissen, was damit zu tun ist.
Du willst die Juniordepots direkt vergleichen?
Eröffnungsberechtigt sind die gesetzlichen Vertreter des Kindes — das sind in der Regel beide leiblichen Eltern bei gemeinsamem Sorgerecht. Bei Alleinerziehenden mit alleinigem Sorgerecht reicht eine Unterschrift (Nachweis: Sorgerechtsbeschluss). Bei verheirateten Eltern müssen beide unterschreiben, auch wenn nur ein Elternteil das Depot praktisch führt.
Spezialfälle:
- Stiefeltern oder Lebensgefährten ohne Adoptionsstatus dürfen kein Juniordepot für das Kind eröffnen. Wenn der biologische Elternteil verstorben ist, geht das Sorgerecht meist auf den überlebenden Elternteil über. - Großeltern, Tanten, Onkel können kein Juniordepot für das Kind eröffnen, aber Geld einzahlen, sobald es eröffnet ist (Schenkungsfreibetrag pro 10 Jahre: 200.000 EUR pro Großeltern-Person, 20.000 EUR pro andere Verwandte). - Geschiedene Eltern: Bei gemeinsamem Sorgerecht müssen beide zustimmen — auch wenn die Mutter das Depot praktisch führt, braucht es die Unterschrift des Vaters. - Pflegeeltern ohne Sorgerechtsübertragung dürfen kein Juniordepot eröffnen; das macht das zuständige Jugendamt oder der Vormund.
Kein Juniordepot ohne Steuer-ID des Kindes
Die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) ist seit 2008 für jedes in Deutschland geborene Kind Pflicht und wird automatisch wenige Wochen nach der Geburtsanzeige zugesandt. Ohne diese Nummer kann kein Depot eröffnet werden — die Bank muss sie an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Bei späterer Einreise des Kindes nach Deutschland (Adoption aus dem Ausland) wird die ID nachträglich vergeben.
Kinder genießen in Deutschland deutlich großzügigere Steuer-Freibeträge als Erwachsene. Im Detail:
- Sparer-Pauschbetrag: 1.000 EUR pro Jahr (Stand 2026), automatisch bei der Bank hinterlegbar via Freistellungsauftrag - Grundfreibetrag: ca. 11.604 EUR pro Jahr — gilt für alle Einkommen - Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 EUR
In Summe bleiben Kapitalerträge bis ca. 12.604 EUR pro Jahr steuerfrei. Das wird in der Praxis über die NV-Bescheinigung umgesetzt.
So beantragst du eine NV-Bescheinigung:
1. Formular "Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung nach §44a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG" beim Finanzamt einreichen 2. Anlagen: Geburtsurkunde, ggf. Nachweis über Vermögensverhältnisse des Kindes 3. Bearbeitung dauert 4 bis 6 Wochen 4. Bescheinigung gilt 3 Jahre, danach erneut beantragen 5. Bescheinigung an Depotbank weiterleiten
Mit gültiger NV-Bescheinigung zahlt die Bank gar keine Abgeltungssteuer mehr ab — das Geld bleibt komplett im Depot und kann reinvestiert werden.
Gut zu wissen
Achtung: Wenn das Kind mit dem Vermögen plus eigenen Einkünften (z.B. Schüler-Job) über dem Grundfreibetrag liegt, wird trotzdem versteuert. Das passiert in der Praxis aber nur bei sehr großen Depots oder hohen Schüler-Einkommen. Bei einem typischen Kinderdepot mit unter 100.000 EUR und reinen Kapitalerträgen besteht keine Steuerpflicht.
Vorsicht bei Familienversicherung in der GKV
Sobald das Vermögen des Kindes 15.000 EUR übersteigt UND es regelmäßige Kapitalerträge über 535 EUR pro Monat hat (Stand 2026), kann die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse enden. Das Kind muss sich dann selbst versichern (typisch ca. 200 bis 300 EUR pro Monat) — was den Steuervorteil schnell auffrisst. Bei größeren Vermögen daher mit Steuerberater prüfen, ob eine Verteilung über Eltern und Kind sinnvoller ist.
Du kennst jetzt die Vorteile — finde das passende Depot.
Bei einem Anlagehorizont von 15 bis 18 Jahren — typisch für ein Juniordepot ab Geburt bis Volljährigkeit — sind breit gestreute Aktien-ETFs die rendite-stärkste Lösung. Drei klassische Kandidaten:
MSCI World ETF - Ca. 1.500 Aktien aus 23 entwickelten Industrieländern - USA-Anteil ca. 70 %, Tech-Schwerpunkt - TER (laufende Kosten): 0,12 bis 0,20 % p.a. - Beispiel-Kandidaten: iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983), Xtrackers MSCI World (IE00BJ0KDQ92)
FTSE All-World ETF - Ca. 4.300 Aktien aus 47 Ländern (Industrie + Schwellenländer) - Breitere Streuung als MSCI World, ca. 10 % Schwellenländer - TER: 0,22 % p.a. - Beispiel: Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25)
MSCI ACWI ETF - Aktien aller Welt, Industrie + Schwellenländer - TER: 0,17 bis 0,40 % p.a. - Beispiel: SPDR MSCI ACWI (IE00B44Z5B48)
Praxis-Tipp: Ein einziger ETF reicht völlig. Für ein Kinderdepot ist Komplexität nicht nötig — ein FTSE All-World oder MSCI ACWI bildet die globale Aktienmarktentwicklung praktisch komplett ab.
Warum keine Themen-ETFs (KI, Wasserstoff, Cannabis)
Themen-ETFs sind oft schon "zu spät" — wenn der Hype bekannt ist, sind die Bewertungen meist hoch. Sie haben höhere Kosten (TER 0,4 bis 0,75 %) und liefern langfristig selten bessere Renditen als breite Index-ETFs. Für ein Kinderdepot über 18 Jahre ist Diversifikation wichtiger als kurzfristige Trends.
Sparplan-Setup für ein Juniordepot:
- Sparrate: monatlich, idealerweise per Dauerauftrag - Rate-Höhe: ab 25 EUR pro Monat sinnvoll, Standard 50 bis 100 EUR - Ausschüttungsart: thesaurierend (automatisches Reinvestment) bevorzugt - Anbieter ohne Sparplan-Gebühr: comdirect, ING, DKB, finanzen.net ZERO - Rebalancing: bei einem einzelnen Welt-ETF nicht nötig
Bei einem Juniordepot zahlst du typischerweise drei Arten von Kosten:
1. Depotführungsgebühren
Bei den meisten modernen Online-Brokern komplett kostenlos. Klassische Filialbanken berechnen oft 30 bis 80 Euro pro Jahr — bei einem Kinderdepot mit kleinen Sparraten frisst das einen erheblichen Teil der Rendite. Daher Online-Broker bevorzugen.
2. Order-Kosten und Sparplan-Gebühren
- finanzen.net ZERO: 0 EUR pro Order, 0 EUR pro Sparplan - comdirect, ING, DKB: oft kostenlose ETF-Sparpläne für 200 bis 800 ETFs - 1822direkt: 3,90 EUR Aktion-Order - Klassische Banken: 5 bis 15 EUR plus Börsenplatzentgelt
Bei monatlich 50 EUR Sparrate kosten 1,50 EUR pro Sparplan-Ausführung bereits 3 % der Sparrate — das schadet langfristig massiv. Daher: Sparplan-Gebühr-frei = Pflicht.
3. ETF-Kosten (TER)
Die laufenden Kosten des ETFs selbst, ausgewiesen als Total Expense Ratio (TER). Für Kinderdepots eignen sich nur ETFs mit TER unter 0,30 % — alles darüber ist auf 18 Jahre Anlage zu teuer.
Gut zu wissen
Renditefresser-Beispiel: Bei 100 EUR monatlich, 6 % Bruttorendite und 18 Jahren Laufzeit ergeben sich brutto rund 38.700 EUR Endvermögen. Bei 1 % Gesamtkosten (TER + Sparplan-Gebühr) sinkt das auf ca. 35.500 EUR — das sind 3.200 EUR weniger nur durch Kosten. Daher: jede Zehntel-Prozent-Ersparnis lohnt sich langfristig.
Versteckte Kosten bei Robo-Advisors für Kinder
Robo-Advisors wie OSKAR berechnen typischerweise 0,7 bis 1,0 % Verwaltungsgebühr pro Jahr — zusätzlich zu den ETF-Kosten. Das ist gerechtfertigt, wenn du Auswahl, Rebalancing und Steueroptimierung delegieren willst. Bei einem Kinderdepot mit einfachem Welt-ETF ist es aber meist Overkill: Ein selbst aufgebauter ETF-Sparplan kostet typisch 0,2 % p.a. statt 1,0 %.
Bereit für den nächsten Schritt?
Mit dem 18. Geburtstag ändert sich alles: Die alleinige Verfügungsgewalt geht automatisch und unwiderruflich auf das Kind über. Eltern verlieren ihre Vollmacht, bekommen keine Kontoauszüge mehr und können weder ein- noch auszahlen. Manche Banken benachrichtigen das Kind kurz vor dem Geburtstag, andere erst danach.
Was das junge Erwachsene konkret machen muss:
1. Volljährigen-Konvertierung des Depots beantragen (oft per Online-Antrag) 2. Eigene IBAN als Verrechnungskonto hinterlegen 3. Persönlichen Online-Banking-Zugang aktivieren 4. Eigenen Freistellungsauftrag einrichten (NV-Bescheinigung der Eltern wird ungültig)
Auswirkungen auf die Anlagestrategie
Mit 18 Jahren ist der Anlagehorizont oft noch immer lang (Studium, Berufsstart) — eine Aktien-Schwerpunkt-Strategie kann bestehen bleiben. Wer das Geld kurzfristig braucht (z.B. Auto, Auslandssemester), sollte rechtzeitig auf weniger schwankende Anlagen umschichten — etwa Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen.
Was Eltern oft falsch einschätzen
Ein 18-Jähriger mit plötzlich 30.000 EUR im Depot kann das Geld komplett auflösen und ausgeben — Auto, Reise, Konsum. Das ist rechtlich sein gutes Recht. Eltern haben keine Handhabe mehr. Daher der wichtige Hinweis: Rechtzeitig mit dem Kind sprechen. Spätestens ab 16 Jahren gemeinsam über die Anlage reden, Erwartungen abstimmen, Optionen aufzeigen (weiterführen, anteilig auszahlen, umschichten).
Gut zu wissen
Alternative bei Misstrauen: Wenn Eltern Sorge haben, dass das Kind das Geld unüberlegt ausgibt, ist ein Eltern-Depot mit "Geld für das Kind reserviert" eine Alternative zum Juniordepot. Nachteil: kein Steuervorteil über NV-Bescheinigung, höhere Steuern auf die Erträge. Vorteil: volle Kontrolle der Eltern bis zur freiwilligen Übergabe.
Sondervarianten mit Auszahlung bis 25 Jahre
Manche Versicherer (CosmosDirekt, AachenMüncher) bieten Junior-Sparpläne mit vertraglich vereinbarter Auszahlung erst zum 25. Lebensjahr. Das ist rechtlich kein klassisches Juniordepot, sondern eine Lebensversicherung mit Sparplan-Komponente. Vorteil: spätere Verfügbarkeit, oft steuerlich begünstigte Auszahlung nach 12 Jahren Laufzeit. Nachteil: höhere laufende Kosten und meist niedrigere Renditen als reine ETF-Sparpläne.
Wertpapiere im Juniordepot — also Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen — sind Sondervermögen. Das heißt: Sie gehören rechtlich dem Kind, nicht der Bank. Geht die Bank pleite, werden die Wertpapiere zu einer anderen Depotbank übertragen oder dem Kunden ausgeliefert. Sie sind nicht Teil der Insolvenzmasse.
Bargeld auf dem Verrechnungskonto unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 EUR pro Kunde und Bank. Das gilt auch für Kinder — der Sicherungsbetrag wird pro Person berechnet, nicht pro Familie. Eltern und Kind haben jeweils ihre eigenen 100.000 EUR Sicherung.
Was beim Juniordepot anders ist:
- Wertpapierbestand: rechtlich Eigentum des Kindes, im Insolvenzfall geschützt - Verrechnungskonto: 100.000 EUR Einlagensicherung - Eltern-Vollmacht: erlischt mit Volljährigkeit, nicht übertragbar an Dritte
Kursrisiko bleibt beim Anleger
Die gesetzliche Sicherung schützt nicht vor Kursverlusten. Wenn der MSCI World um 30 % fällt (wie 2008/2009 oder 2020), fällt auch das Juniordepot mit. Das ist normales Marktrisiko und keine Bank-Insolvenz. Bei langem Anlagehorizont (15+ Jahre) gleichen sich solche Schwankungen historisch aus, das Risiko eines Verlustes nach 18 Jahren liegt bei einem breit gestreuten Welt-ETF historisch unter 1 %.
Schutz vor Bank-Pleite
Alle in Deutschland regulierten Depotbanken sind Mitglied im Einlagensicherungsfonds privater Banken (ESF) oder vergleichbaren Institutionen. Die genannten 9 Anbieter im Vergleich (comdirect, ING, DKB, 1822direkt, finanzen.net ZERO, OSKAR, CosmosDirekt, Raisin, Evergreen) sind alle deutsch oder EU-reguliert mit voller Einlagensicherung.
Gut zu wissen
Sondersituation Robo-Advisor: Bei OSKAR oder Evergreen liegt das Geld nicht direkt bei der Plattform, sondern bei einer Partner-Depotbank (z.B. Baader Bank, Hauck Aufhäuser Lampe). Das Wertpapierportfolio ist also doppelt geschützt — der Robo-Advisor kann insolvent werden, ohne dass das Kindergeld verloren geht.
Eltern dürfen ihrem Kind alle 10 Jahre 400.000 EUR steuerfrei schenken (pro Elternteil), Großeltern 200.000 EUR, Geschwister oder Tanten/Onkel jeweils 20.000 EUR. Diese Freibeträge sind in der Praxis für normale Juniordepot-Einzahlungen völlig ausreichend — Schenkungssteuer wird selten zum Thema.
Kindergeld als Anlage-Quelle
Das Kindergeld beträgt aktuell 250 EUR pro Monat und Kind (Stand 2026). Wer das Kindergeld komplett ins Juniordepot lenkt, hat in 18 Jahren eine sehr substantielle Anlage:
- Jährliche Einzahlung: 3.000 EUR - Bei 6 % Rendite über 18 Jahre: ca. 96.500 EUR - Bei 7 % Rendite: ca. 110.000 EUR
Das ist mehr als ein typisches Studienkostenbudget oder eine Eigenkapitalbasis für den Immobilienkauf nach dem Berufsstart. Wichtig: Das Kindergeld gehört rechtlich den Eltern, die es als Verwendungsverpflichtung zugunsten des Kindes nutzen sollen — eine direkte Einzahlung ins Juniordepot ist eine zulässige Verwendung.
Praxis-Tipp: Sparplan automatisieren
Stelle einen Dauerauftrag von deinem Konto aufs Verrechnungskonto des Juniordepots ein, der das Geld monatlich am 5. dorthin überweist. Den Sparplan im Depot führst du dann zum 15. aus — so liegt das Geld bei Sparplan-Ausführung garantiert bereit.
Schenkungen von Verwandten organisieren
Wenn Großeltern oder Onkel/Tanten zu Geburtstagen oder Weihnachten Geld einzahlen wollen, gib ihnen direkt die IBAN des Verrechnungskontos. Wichtig: Die Schenker sollten als Verwendungszweck "Schenkung an [Kind]" angeben — bei späteren Steuerfragen ist die Herkunft so dokumentiert. Bei größeren Einzelschenkungen (über 20.000 EUR von einem Onkel/einer Tante) sollte eine schriftliche Schenkungsanzeige beim Finanzamt erwägt werden.
Gut zu wissen
Sonderfall Erbvorbezug: Eltern, die vermögender werden, denken oft an "Erbvorbezüge" zu Lebzeiten. Bei Einzahlungen ins Juniordepot wird der 10-Jahres-Zähler für den Schenkungsfreibetrag aktiviert — wer in 10 Jahren über 400.000 EUR schenkt, fällt in die Schenkungssteuer. Bei größeren Vermögen daher mit Steuerberater die Verteilung über Zeiträume planen.
Fehler 1: Zu defensives Anlegen
Viele Eltern legen Kindergeld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto an — aus Angst vor Kursverlusten. Bei 18 Jahren Anlagehorizont ist das historisch der größte Fehler: Die Inflation frisst etwa 2 % pro Jahr, die Sparbuchverzinsung liegt langfristig oft darunter. Real verliert das Geld an Kaufkraft. Ein breit gestreuter Aktien-ETF ist trotz Schwankungen langfristig die rendite-stärkere Lösung.
Fehler 2: Höhe der Rate überschätzen
Eltern wollen oft "richtig" anfangen mit 200 oder 300 EUR pro Monat — und stellen dann nach drei Jahren fest, dass sie das nicht durchhalten. Besser: Klein anfangen (25 oder 50 EUR), Sparrate konsequent halten und alle paar Jahre mit Gehaltssteigerungen erhöhen. Eine durchgehaltene 50-EUR-Rate über 18 Jahre ist wertvoller als eine abgebrochene 200-EUR-Rate nach 3 Jahren.
Fehler 3: Markt-Timing versuchen
"Ich warte mit dem Sparplan, bis die Märkte gefallen sind." Das funktioniert in der Praxis nie — niemand weiß, wann der Tiefpunkt erreicht ist. Beim Kinderdepot mit 18 Jahren Horizont ist Markt-Timing irrelevant: Wer monatlich mit Sparplan einsteigt, profitiert vom Cost-Average-Effekt automatisch.
Fehler 4: Steuern nicht optimieren
Ohne NV-Bescheinigung fallen ab 1.000 EUR Kapitalerträgen pro Jahr Abgeltungssteuer + Soli + ggf. Kirchensteuer an — rund 26 bis 28 %. Mit NV-Bescheinigung sind das 0 EUR. Bei einem Depot mit größeren Sparraten oder Dividendenausschüttungen verschenkst du sonst Geld.
Fehler 5: Bei Kursrückgang panisch verkaufen
Wenn die Märkte 30 % einbrechen, ist das psychologisch hart — gerade wenn es das "Geld der Kinder" ist. Aber: Verkauft wird zum Tiefpunkt, Verluste werden realisiert, der spätere Aufschwung verpasst. Disziplin: Sparplan weiterlaufen lassen, nicht panisch verkaufen.
Fehler 6: Komplexe Strategie wählen
Manche Eltern bauen mit 5 oder 6 verschiedenen ETFs ein "perfektes" Portfolio — und verlieren den Überblick. Für ein Juniordepot reicht ein einziger Welt-ETF. Einfachheit schlägt Komplexität über lange Zeiträume.
Fehler 7: Hochrisiko-Investments wählen
Einzelaktien ("Tesla für das Kind"), Krypto, Hebelprodukte oder Themen-ETFs sind für ein Kinderdepot ungeeignet. Sie haben höheres Risiko bei nicht garantiert höherer Rendite. Kinderdepot = breite Diversifikation.
Gut zu wissen
Goldene Regel: Anlagestrategie auf eine A4-Seite passt. Wenn dein Juniordepot aus einem einzigen Welt-ETF mit monatlichem Sparplan besteht, hast du wahrscheinlich alles richtig gemacht.
Die meisten modernen Online-Broker bieten eine vollständig digitale Juniordepot-Eröffnung. Hier der typische Ablauf am Beispiel comdirect, ING und DKB:
Schritt 1: Voraussetzungen prüfen
- Steuer-Identifikationsnummer des Kindes vorliegend - Geburtsurkunde des Kindes (Original oder beglaubigte Kopie) - Personalausweise beider Eltern - Bei gemeinsamem Sorgerecht: beide Eltern müssen unterschreiben - Verrechnungskonto: meist IBAN eines Eltern-Girokontos
Schritt 2: Antrag online ausfüllen
Die meisten Anbieter haben dedizierte Junior-Antragsstrecken (z.B. comdirect.de/depot/junior-depot.html). Eingabe: - Personendaten beider Eltern - Personendaten des Kindes (Name, Geburtsdatum, Steuer-ID) - Anschrift (typisch: identisch mit Eltern) - Verrechnungskonto-IBAN - Optional: erster Sparplan einrichten
Schritt 3: Identifikation
- Beide Eltern müssen sich identifizieren: meist VideoIdent oder PostIdent - VideoIdent: 5 bis 10 Minuten per Webcam mit Personalausweis - PostIdent: in der Postfiliale mit Ausweis identifizieren lassen, dauert 3 bis 5 Tage
Schritt 4: Geburtsurkunde einreichen
- Per Post: meist Original oder beglaubigte Kopie an die Bank - Manche Banken: Foto-Upload genügt - Geburtsurkunde wird zurückgesendet
Schritt 5: Aktivierung und erstes Login
Nach 5 bis 14 Tagen erhältst du die Login-Daten per Post (Sicherheitsgrund: getrennt von Antrag). Die Eltern bekommen separate Zugangsdaten — bei ING beide einzeln, bei comdirect oft nur ein gemeinsames Login.
Schritt 6: Sparplan einrichten
- Im Online-Banking unter "Sparpläne" → "Neuer Sparplan" - Wertpapier auswählen (z.B. Vanguard FTSE All-World IE00B3RBWM25) - Rate, Intervall (monatlich), Ausführungstag wählen - Überprüfen, ob ETF im Sparplan kostenlos ist - Bestätigen
Schritt 7: Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung
- Freistellungsauftrag: in der App oder per Formular einrichten, 1.000 EUR pro Jahr - NV-Bescheinigung: gesondert beim Finanzamt beantragen (siehe Steuer-Sektion)
Typische Eröffnungsdauer
Insgesamt von Antrag bis erstes Trading: 1 bis 3 Wochen. Bei DKB oft schneller (5 bis 7 Tage), bei klassischen Banken länger (10 bis 14 Tage).
Das Juniordepot ist nur eine von vielen Sparformen für Kinder. Hier die wichtigsten Alternativen im Vergleich:
Sparbuch / Tagesgeld - Vorteil: keine Kursschwankungen, jederzeit verfügbar - Nachteil: Zinsen unter Inflation, real Wertverlust über 18 Jahre - Empfehlung: nur für kurzfristige Anlagen (unter 3 Jahre Horizont)
Festgeld - Vorteil: höhere Zinsen als Tagesgeld, garantierte Verzinsung - Nachteil: Geld ist gebunden, langfristig immer noch unter Aktienrendite - Empfehlung: als Beimischung sinnvoll, nicht als Hauptanlage für 18 Jahre
Klassische Lebensversicherung für Kinder - Vorteil: garantierte Mindestverzinsung, Steuervorteile bei Auszahlung nach 12 Jahren - Nachteil: hohe Verwaltungskosten (oft 1,5 bis 2 % p.a.), Provisionsmodell, schlechte Renditen - Empfehlung: in den meisten Fällen nicht mehr zeitgemäß; ETF-Sparplan ist deutlich besser
Bausparvertrag für Kinder - Vorteil: spätere Eigenheim-Finanzierung, Wohnungsbauprämie - Nachteil: niedrige Zinsen, Bindung an Bauspar-Konditionen - Empfehlung: nur sinnvoll, wenn das Kind tatsächlich später ein Eigenheim erwerben will
Bundesschatzbriefe / Anleihen - Bundesschatzbriefe wurden 2012 abgeschafft - Andere Anleihen: niedrige Renditen, für Kinderdepots nur als Beimischung sinnvoll
Gold und Edelmetalle - Vorteil: Inflationsschutz, krisensicher - Nachteil: keine laufenden Erträge, hohe Lagerkosten oder Spread - Empfehlung: maximal 5 bis 10 % als Beimischung, niemals als Hauptinvestment für Kinder
Vergleich nach Endvermögen
Bei monatlich 50 EUR Einzahlung über 18 Jahre und folgenden Brutto-Renditen:
| Anlageform | Brutto-Rendite p.a. | Endvermögen ca. | |---|---|---| | Sparbuch | 0,5 % | 11.300 EUR | | Tagesgeld (Top) | 2,0 % | 12.900 EUR | | Festgeld 5 Jahre | 3,0 % | 14.100 EUR | | Klassische LV | 2,5 % nach Kosten | 13.500 EUR | | ETF-Sparplan (Welt) | 6,0 % historisch | 19.500 EUR | | ETF-Sparplan (USA) | 8,0 % historisch | 24.000 EUR |
Eingezahlt wurden in allen Fällen 10.800 EUR. Der Renditeunterschied zwischen Sparbuch und ETF-Sparplan: über 8.000 EUR — das ist der Preis der falschen Anlageform über 18 Jahre.
Gut zu wissen
Empfohlene Mischung für ein Juniordepot ab Geburt: 90 bis 100 % breit gestreuter Welt-ETF (z.B. FTSE All-World), 0 bis 10 % Tagesgeld als Notgroschen. Andere Anlageformen sind nicht nötig.
Bereit für den Juniordepot-Vergleich?
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Quellen: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB §§1626 ff. zur elterlichen Sorge, §1822 zur Genehmigungspflicht), Wertpapierhandelsgesetz (WpHG zur Geeignetheitsprüfung), Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), Einkommensteuergesetz (EStG §20 zu Kapitalerträgen, §32 zum Sparer-Pauschbetrag), Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG §16 zu Freibeträgen), Einlagensicherungsgesetz (EinSiG, 100.000 EUR), Stiftung Warentest Finanztest 2024/2025 zu Kinderdepots, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Anbieter-Konditionen Stand 2026.
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