9 Broker fuer Kinderdepots im Vergleich — kostenlos, ETF-fokussiert






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Wie wächst das Kindervermögen bis zum 18. Geburtstag?
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Drei Punkte, die fuer dein Kind ueber die Lebenszeit den groessten Unterschied machen.
Bei einem Sparplan von 50 Euro pro Monat ueber 18 Jahre und einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6 % hat das Kind zur Volljaehrigkeit rund 19.500 Euro angespart — bei nur 10.800 Euro tatsaechlich eingezahlten Beitraegen. Je frueher der Start, desto mehr Zeit hat der Zinseszinseffekt zu arbeiten.
Klassische Sparbuecher und Tagesgeldkonten verlieren durch Inflation real an Kaufkraft. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan (z.B. MSCI World oder FTSE All-World) ist langfristig die rendite-staerkere Loesung. Bei 18 Jahren Anlagehorizont sind Kursschwankungen in der Regel kein Problem.
Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt fallen auf Kapitalertraege des Kindes bis ca. 12.600 Euro pro Jahr keine Steuern an — das Geld bleibt komplett im Depot. Die Bescheinigung gilt 3 Jahre und ist gerade bei groesseren Einzahlungen oder Dividenden-ETFs Pflicht.
Alles was du für eine fundierte Entscheidung wissen musst — verständlich erklärt.
Das solltest du wissen
Ein Juniordepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjaehrigen Kindes laeuft, von den Eltern oder gesetzlichen Vertretern aber treuhaenderisch verwaltet wird. Rechtlich gehoeren das eingezahlte Geld und alle gekauften Wertpapiere dem Kind — die Eltern haben lediglich Verwaltungsbefugnis bis zum 18. Geburtstag. Das ist der zentrale Unterschied zum klassischen Eltern-Depot, in dem die Eltern selbst die Eigentuemer bleiben und das Geld dem Kind nur mental "zugeordnet" ist.
So laeuft die Eroeffnung typischerweise ab:
Beide Elternteile (bei gemeinsamem Sorgerecht) muessen die Kontoeroeffnung unterschreiben. Dazu kommen die Geburtsurkunde des Kindes, die Steuer-Identifikationsnummer (kommt automatisch wenige Wochen nach der Geburt per Post) und die Personalausweise der Eltern. Bei den meisten Online-Brokern (comdirect, ING, DKB) laeuft das per Video-Identifikation der Eltern und Postversand der Geburtsurkunde-Kopie ab. Die Eroeffnung dauert ein bis zwei Wochen.
Sobald das Depot aktiv ist, koennen Eltern Einzahlungen vornehmen — entweder als Einmalbetraege (Geburtsgeschenke, Erbe) oder ueber einen ETF-Sparplan ab 1 bis 50 Euro pro Monat. Die Geldanlage selbst funktioniert wie ein normales Depot: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Edelmetalle. Manche Banken erlauben auch Optionsgeschaefte, das ist bei Juniordepots aber selten sinnvoll.
Gut zu wissen
Sobald Geld ins Juniordepot eingezahlt wurde, gehoert es rechtlich dem Kind und kann nicht mehr beliebig zurueckgenommen werden. Eltern duerfen Geld nur fuer "Belange des Kindes" entnehmen — etwa fuer Schulausstattung oder Schullandheim. Eine Entnahme fuer eigene Zwecke (z.B. Eltern-Urlaub) ist rechtlich Untreue.
Verfuegung im Erbfall
Stirbt ein Elternteil, geht das Vermoegen des Kindes nicht in den Nachlass ein — es bleibt unangetastet beim Kind. Stirbt das Kind, wird das Depot Teil des Kindesnachlasses und faellt nach gesetzlicher Erbfolge an die Eltern (zu gleichen Teilen, sofern beide noch leben) oder Geschwister. Manche Anbieter verlangen fuer den Erbfall einen Erbschein, andere arbeiten mit einer einfachen Sterbeurkunde.
Der groesste Vorteil eines Juniordepots ist der Zinseszinseffekt ueber lange Zeitraeume. Wer ab Geburt monatlich 50 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF einzahlt, hat bei 6 % durchschnittlicher Jahresrendite zur Volljaehrigkeit rund 19.500 Euro angespart — bei tatsaechlich eingezahlten 10.800 Euro. Bei 100 Euro pro Monat sind es bereits 39.000 Euro. Das gleiche Geld auf einem Sparbuch zu 1 % Zins ergaebe nur ca. 11.900 Euro.
Kinder haben hoehere Steuerfreibetraege als Erwachsene:
Ein minderjaehriges Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (Stand 2026), zusaetzlich den allgemeinen Grundfreibetrag von rund 11.604 Euro pro Jahr. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt bleiben Kapitalertraege bis ca. 12.604 Euro pro Jahr komplett steuerfrei. Selbst bei einem groesseren Depot von 200.000 Euro Anlagebetrag und 4 % Dividendenrendite (8.000 Euro) faellt damit keine Abgeltungssteuer an.
Frueh erlerntes Finanzwissen ist unbezahlbar
Ein Juniordepot bietet eine konkrete Lerngelegenheit: Wenn Eltern ihren Kindern ab etwa 8 bis 10 Jahren regelmaessig die Depot-Entwicklung zeigen — Marktcrashs, Erholung, Sparrate, langfristige Kurve — entsteht ein realistisches Verstaendnis fuer Kapitalmaerkte. Studien zeigen, dass junge Erwachsene mit Eltern-vermitteltem Finanzwissen statistisch hoehere Sparquoten haben und seltener in Konsumkreditfallen geraten.
Gut zu wissen
Praxistipp: Spaetestens ab 14 Jahren das Kind in die Anlage-Entscheidungen einbeziehen — gemeinsame ETF-Auswahl, Erklaerung von Diversifikation, Diskussion ueber Marktphasen. So liegt am 18. Geburtstag nicht nur Geld auf dem Konto, sondern auch das Wissen, was damit zu tun ist.
Du willst die Juniordepots direkt vergleichen?
Eroeffnungsberechtigt sind die gesetzlichen Vertreter des Kindes — das sind in der Regel beide leiblichen Eltern bei gemeinsamem Sorgerecht. Bei Alleinerziehenden mit alleinigem Sorgerecht reicht eine Unterschrift (Nachweis: Sorgerechtsbeschluss). Bei verheirateten Eltern muessen beide unterschreiben, auch wenn nur ein Elternteil das Depot praktisch fuehrt.
Spezialfaelle:
- Stiefeltern oder Lebensgefaehrten ohne Adoptionsstatus duerfen kein Juniordepot fuer das Kind eroeffnen. Wenn der biologische Elternteil verstorben ist, geht das Sorgerecht meist auf den ueberlebenden Elternteil ueber. - Grosseltern, Tanten, Onkel koennen kein Juniordepot fuer das Kind eroeffnen, aber Geld einzahlen, sobald es eroeffnet ist (Schenkungsfreibetrag pro 10 Jahre: 200.000 EUR pro Grosseltern-Person, 20.000 EUR pro andere Verwandte). - Geschiedene Eltern: Bei gemeinsamem Sorgerecht muessen beide zustimmen — auch wenn die Mutter das Depot praktisch fuehrt, braucht es die Unterschrift des Vaters. - Pflegeeltern ohne Sorgerechtsuebertragung duerfen kein Juniordepot eroeffnen; das macht das zustaendige Jugendamt oder der Vormund.
Kein Juniordepot ohne Steuer-ID des Kindes
Die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) ist seit 2008 fuer jedes in Deutschland geborene Kind Pflicht und wird automatisch wenige Wochen nach der Geburtsanzeige zugesandt. Ohne diese Nummer kann kein Depot eroeffnet werden — die Bank muss sie an das Bundeszentralamt fuer Steuern melden. Bei spaeterer Einreise des Kindes nach Deutschland (Adoption aus dem Ausland) wird die ID nachtraeglich vergeben.
Kinder geniessen in Deutschland deutlich groesszuegigere Steuer-Freibetraege als Erwachsene. Im Detail:
- Sparer-Pauschbetrag: 1.000 EUR pro Jahr (Stand 2026), automatisch bei der Bank hinterlegbar via Freistellungsauftrag - Grundfreibetrag: ca. 11.604 EUR pro Jahr — gilt fuer alle Einkommen - Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 EUR
In Summe bleiben Kapitalertraege bis ca. 12.604 EUR pro Jahr steuerfrei. Das wird in der Praxis ueber die NV-Bescheinigung umgesetzt.
So beantragst du eine NV-Bescheinigung:
1. Formular "Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung nach §44a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG" beim Finanzamt einreichen 2. Anlagen: Geburtsurkunde, ggf. Nachweis ueber Vermoegensverhaeltnisse des Kindes 3. Bearbeitung dauert 4 bis 6 Wochen 4. Bescheinigung gilt 3 Jahre, danach erneut beantragen 5. Bescheinigung an Depotbank weiterleiten
Mit gueltiger NV-Bescheinigung zahlt die Bank gar keine Abgeltungssteuer mehr ab — das Geld bleibt komplett im Depot und kann reinvestiert werden.
Gut zu wissen
Achtung: Wenn das Kind mit dem Vermoegen plus eigenen Einkuenften (z.B. Schueler-Job) ueber dem Grundfreibetrag liegt, wird trotzdem versteuert. Das passiert in der Praxis aber nur bei sehr grossen Depots oder hohen Schueler-Einkommen. Bei einem typischen Kinderdepot mit unter 100.000 EUR und reinen Kapitalertraegen besteht keine Steuerpflicht.
Vorsicht bei Familienversicherung in der GKV
Sobald das Vermoegen des Kindes 15.000 EUR uebersteigt UND es regelmaessige Kapitalertraege ueber 535 EUR pro Monat hat (Stand 2026), kann die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse enden. Das Kind muss sich dann selbst versichern (typisch ca. 200 bis 300 EUR pro Monat) — was den Steuervorteil schnell auffrisst. Bei groesseren Vermoegen daher mit Steuerberater pruefen, ob eine Verteilung ueber Eltern und Kind sinnvoller ist.
Du kennst jetzt die Vorteile — finde das passende Depot.
Bei einem Anlagehorizont von 15 bis 18 Jahren — typisch fuer ein Juniordepot ab Geburt bis Volljaehrigkeit — sind breit gestreute Aktien-ETFs die rendite-staerkste Loesung. Drei klassische Kandidaten:
MSCI World ETF - Ca. 1.500 Aktien aus 23 entwickelten Industrielaendern - USA-Anteil ca. 70 %, Tech-Schwerpunkt - TER (laufende Kosten): 0,12 bis 0,20 % p.a. - Beispiel-Kandidaten: iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983), Xtrackers MSCI World (IE00BJ0KDQ92)
FTSE All-World ETF - Ca. 4.300 Aktien aus 47 Laendern (Industrie + Schwellenlaender) - Breitere Streuung als MSCI World, ca. 10 % Schwellenlaender - TER: 0,22 % p.a. - Beispiel: Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25)
MSCI ACWI ETF - Aktien aller Welt, Industrie + Schwellenlaender - TER: 0,17 bis 0,40 % p.a. - Beispiel: SPDR MSCI ACWI (IE00B44Z5B48)
Praxis-Tipp: Ein einziger ETF reicht voellig. Fuer ein Kinderdepot ist Komplexitaet nicht noetig — ein FTSE All-World oder MSCI ACWI bildet die globale Aktienmarktentwicklung praktisch komplett ab.
Warum keine Themen-ETFs (KI, Wasserstoff, Cannabis)
Themen-ETFs sind oft schon "zu spaet" — wenn der Hype bekannt ist, sind die Bewertungen meist hoch. Sie haben hoehere Kosten (TER 0,4 bis 0,75 %) und liefern langfristig selten bessere Renditen als breite Index-ETFs. Fuer ein Kinderdepot ueber 18 Jahre ist Diversifikation wichtiger als kurzfristige Trends.
Sparplan-Setup fuer ein Juniordepot:
- Sparrate: monatlich, idealerweise per Dauerauftrag - Rate-Hoehe: ab 25 EUR pro Monat sinnvoll, Standard 50 bis 100 EUR - Ausschuettungsart: thesaurierend (automatisches Reinvestment) bevorzugt - Anbieter ohne Sparplan-Gebuehr: comdirect, ING, DKB, finanzen.net ZERO - Rebalancing: bei einem einzelnen Welt-ETF nicht noetig
Bei einem Juniordepot zahlst du typischerweise drei Arten von Kosten:
1. Depotfuehrungsgebuehren
Bei den meisten modernen Online-Brokern komplett kostenlos. Klassische Filialbanken berechnen oft 30 bis 80 Euro pro Jahr — bei einem Kinderdepot mit kleinen Sparraten frisst das einen erheblichen Teil der Rendite. Daher Online-Broker bevorzugen.
2. Order-Kosten und Sparplan-Gebuehren
- finanzen.net ZERO: 0 EUR pro Order, 0 EUR pro Sparplan - comdirect, ING, DKB: oft kostenlose ETF-Sparplaene fuer 200 bis 800 ETFs - 1822direkt: 3,90 EUR Aktion-Order - Klassische Banken: 5 bis 15 EUR plus Boersenplatzentgelt
Bei monatlich 50 EUR Sparrate kosten 1,50 EUR pro Sparplan-Ausfuehrung bereits 3 % der Sparrate — das schadet langfristig massiv. Daher: Sparplan-Gebuehr-frei = Pflicht.
3. ETF-Kosten (TER)
Die laufenden Kosten des ETFs selbst, ausgewiesen als Total Expense Ratio (TER). Fuer Kinderdepots eignen sich nur ETFs mit TER unter 0,30 % — alles darueber ist auf 18 Jahre Anlage zu teuer.
Gut zu wissen
Renditefresser-Beispiel: Bei 100 EUR monatlich, 6 % Bruttorendite und 18 Jahren Laufzeit ergeben sich brutto rund 38.700 EUR Endvermoegen. Bei 1 % Gesamtkosten (TER + Sparplan-Gebuehr) sinkt das auf ca. 35.500 EUR — das sind 3.200 EUR weniger nur durch Kosten. Daher: jede Zehntel-Prozent-Ersparnis lohnt sich langfristig.
Versteckte Kosten bei Robo-Advisors fuer Kinder
Robo-Advisors wie OSKAR berechnen typischerweise 0,7 bis 1,0 % Verwaltungsgebuehr pro Jahr — zusaetzlich zu den ETF-Kosten. Das ist gerechtfertigt, wenn du Auswahl, Rebalancing und Steueroptimierung delegieren willst. Bei einem Kinderdepot mit einfachem Welt-ETF ist es aber meist Overkill: Ein selbst aufgebauter ETF-Sparplan kostet typisch 0,2 % p.a. statt 1,0 %.
Bereit für den nächsten Schritt?
Mit dem 18. Geburtstag aendert sich alles: Die alleinige Verfuegungsgewalt geht automatisch und unwiderruflich auf das Kind ueber. Eltern verlieren ihre Vollmacht, bekommen keine Kontoauszuege mehr und koennen weder ein- noch auszahlen. Manche Banken benachrichtigen das Kind kurz vor dem Geburtstag, andere erst danach.
Was das junge Erwachsene konkret machen muss:
1. Volljaehrigen-Konvertierung des Depots beantragen (oft per Online-Antrag) 2. Eigene IBAN als Verrechnungskonto hinterlegen 3. Persoenlichen Online-Banking-Zugang aktivieren 4. Eigenen Freistellungsauftrag einrichten (NV-Bescheinigung der Eltern wird ungueltig)
Auswirkungen auf die Anlagestrategie
Mit 18 Jahren ist der Anlagehorizont oft noch immer lang (Studium, Berufsstart) — eine Aktien-Schwerpunkt-Strategie kann bestehen bleiben. Wer das Geld kurzfristig braucht (z.B. Auto, Auslandssemester), sollte rechtzeitig auf weniger schwankende Anlagen umschichten — etwa Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen.
Was Eltern oft falsch einschaetzen
Ein 18-Jaehriger mit ploetzlich 30.000 EUR im Depot kann das Geld komplett aufloesen und ausgeben — Auto, Reise, Konsum. Das ist rechtlich sein gutes Recht. Eltern haben keine Handhabe mehr. Daher der wichtige Hinweis: Rechtzeitig mit dem Kind sprechen. Spaetestens ab 16 Jahren gemeinsam ueber die Anlage reden, Erwartungen abstimmen, Optionen aufzeigen (weiterfuehren, anteilig auszahlen, umschichten).
Gut zu wissen
Alternative bei Misstrauen: Wenn Eltern Sorge haben, dass das Kind das Geld unueberlegt ausgibt, ist ein Eltern-Depot mit "Geld fuer das Kind reserviert" eine Alternative zum Juniordepot. Nachteil: kein Steuervorteil ueber NV-Bescheinigung, hoehere Steuern auf die Ertraege. Vorteil: volle Kontrolle der Eltern bis zur freiwilligen Uebergabe.
Sondervarianten mit Auszahlung bis 25 Jahre
Manche Versicherer (CosmosDirekt, AachenMuenchener) bieten Junior-Sparplaene mit vertraglich vereinbarter Auszahlung erst zum 25. Lebensjahr. Das ist rechtlich kein klassisches Juniordepot, sondern eine Lebensversicherung mit Sparplan-Komponente. Vorteil: spaetere Verfuegbarkeit, oft steuerlich beguenstigte Auszahlung nach 12 Jahren Laufzeit. Nachteil: hoehere laufende Kosten und meist niedrigere Renditen als reine ETF-Sparplaene.
Wertpapiere im Juniordepot — also Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen — sind Sondervermoegen. Das heisst: Sie gehoeren rechtlich dem Kind, nicht der Bank. Geht die Bank pleite, werden die Wertpapiere zu einer anderen Depotbank uebertragen oder dem Kunden ausgeliefert. Sie sind nicht Teil der Insolvenzmasse.
Bargeld auf dem Verrechnungskonto unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 EUR pro Kunde und Bank. Das gilt auch fuer Kinder — der Sicherungsbetrag wird pro Person berechnet, nicht pro Familie. Eltern und Kind haben jeweils ihre eigenen 100.000 EUR Sicherung.
Was beim Juniordepot anders ist:
- Wertpapierbestand: rechtlich Eigentum des Kindes, im Insolvenzfall geschuetzt - Verrechnungskonto: 100.000 EUR Einlagensicherung - Eltern-Vollmacht: erlischt mit Volljaehrigkeit, nicht uebertragbar an Dritte
Kursrisiko bleibt beim Anleger
Die gesetzliche Sicherung schuetzt nicht vor Kursverlusten. Wenn der MSCI World um 30 % faellt (wie 2008/2009 oder 2020), faellt auch das Juniordepot mit. Das ist normales Marktrisiko und keine Bank-Insolvenz. Bei langem Anlagehorizont (15+ Jahre) gleichen sich solche Schwankungen historisch aus, das Risiko eines Verlustes nach 18 Jahren liegt bei einem breit gestreuten Welt-ETF historisch unter 1 %.
Schutz vor Bank-Pleite
Alle in Deutschland regulierten Depotbanken sind Mitglied im Einlagensicherungsfonds privater Banken (ESF) oder vergleichbaren Institutionen. Die genannten 9 Anbieter im Vergleich (comdirect, ING, DKB, 1822direkt, finanzen.net ZERO, OSKAR, CosmosDirekt, Raisin, Evergreen) sind alle deutsch oder EU-reguliert mit voller Einlagensicherung.
Gut zu wissen
Sondersituation Robo-Advisor: Bei OSKAR oder Evergreen liegt das Geld nicht direkt bei der Plattform, sondern bei einer Partner-Depotbank (z.B. Baader Bank, Hauck Aufhaeuser Lampe). Das Wertpapierportfolio ist also doppelt geschuetzt — der Robo-Advisor kann insolvent werden, ohne dass das Kindergeld verloren geht.
Eltern duerfen ihrem Kind alle 10 Jahre 400.000 EUR steuerfrei schenken (pro Elternteil), Grosseltern 200.000 EUR, Geschwister oder Tanten/Onkel jeweils 20.000 EUR. Diese Freibetraege sind in der Praxis fuer normale Juniordepot-Einzahlungen voellig ausreichend — Schenkungssteuer wird selten zum Thema.
Kindergeld als Anlage-Quelle
Das Kindergeld betraegt aktuell 250 EUR pro Monat und Kind (Stand 2026). Wer das Kindergeld komplett ins Juniordepot lenkt, hat in 18 Jahren eine sehr substantielle Anlage:
- Jaehrliche Einzahlung: 3.000 EUR - Bei 6 % Rendite ueber 18 Jahre: ca. 96.500 EUR - Bei 7 % Rendite: ca. 110.000 EUR
Das ist mehr als ein typisches Studienkostenbudget oder eine Eigenkapitalbasis fuer den Immobilienkauf nach dem Berufsstart. Wichtig: Das Kindergeld gehoert rechtlich den Eltern, die es als Verwendungsverpflichtung zugunsten des Kindes nutzen sollen — eine direkte Einzahlung ins Juniordepot ist eine zulaessige Verwendung.
Praxis-Tipp: Sparplan automatisieren
Stelle einen Dauerauftrag von deinem Konto aufs Verrechnungskonto des Juniordepots ein, der das Geld monatlich am 5. dorthin ueberweist. Den Sparplan im Depot fuehrst du dann zum 15. aus — so liegt das Geld bei Sparplan-Ausfuehrung garantiert bereit.
Schenkungen von Verwandten organisieren
Wenn Grosseltern oder Onkel/Tanten zu Geburtstagen oder Weihnachten Geld einzahlen wollen, gib ihnen direkt die IBAN des Verrechnungskontos. Wichtig: Die Schenker sollten als Verwendungszweck "Schenkung an [Kind]" angeben — bei spaeteren Steuerfragen ist die Herkunft so dokumentiert. Bei groesseren Einzelschenkungen (ueber 20.000 EUR von einem Onkel/einer Tante) sollte eine schriftliche Schenkungsanzeige beim Finanzamt erwaegt werden.
Gut zu wissen
Sonderfall Erbvorbezug: Eltern, die vermoegender werden, denken oft an "Erbvorbezuege" zu Lebzeiten. Bei Einzahlungen ins Juniordepot wird der 10-Jahres-Zaehler fuer den Schenkungsfreibetrag aktiviert — wer in 10 Jahren ueber 400.000 EUR schenkt, faellt in die Schenkungssteuer. Bei groesseren Vermoegen daher mit Steuerberater die Verteilung ueber Zeitraeume planen.
Fehler 1: Zu defensives Anlegen
Viele Eltern legen Kindergeld auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto an — aus Angst vor Kursverlusten. Bei 18 Jahren Anlagehorizont ist das historisch der groesste Fehler: Die Inflation frisst etwa 2 % pro Jahr, die Sparbuchverzinsung liegt langfristig oft darunter. Real verliert das Geld an Kaufkraft. Ein breit gestreuter Aktien-ETF ist trotz Schwankungen langfristig die rendite-staerkere Loesung.
Fehler 2: Hoehe der Rate ueberschaetzen
Eltern wollen oft "richtig" anfangen mit 200 oder 300 EUR pro Monat — und stellen dann nach drei Jahren fest, dass sie das nicht durchhalten. Besser: Klein anfangen (25 oder 50 EUR), Sparrate konsequent halten und alle paar Jahre mit Gehaltssteigerungen erhoehen. Eine durchgehaltene 50-EUR-Rate ueber 18 Jahre ist wertvoller als eine abgebrochene 200-EUR-Rate nach 3 Jahren.
Fehler 3: Markt-Timing versuchen
"Ich warte mit dem Sparplan, bis die Maerkte gefallen sind." Das funktioniert in der Praxis nie — niemand weiss, wann der Tiefpunkt erreicht ist. Beim Kinderdepot mit 18 Jahren Horizont ist Markt-Timing irrelevant: Wer monatlich mit Sparplan einsteigt, profitiert vom Cost-Average-Effekt automatisch.
Fehler 4: Steuern nicht optimieren
Ohne NV-Bescheinigung fallen ab 1.000 EUR Kapitalertraegen pro Jahr Abgeltungssteuer + Soli + ggf. Kirchensteuer an — rund 26 bis 28 %. Mit NV-Bescheinigung sind das 0 EUR. Bei einem Depot mit groesseren Sparraten oder Dividendenausschuettungen verschenkst du sonst Geld.
Fehler 5: Bei Kursrueckgang panisch verkaufen
Wenn die Maerkte 30 % einbrechen, ist das psychologisch hart — gerade wenn es das "Geld der Kinder" ist. Aber: Verkauft wird zum Tiefpunkt, Verluste werden realisiert, der spaetere Aufschwung verpasst. Disziplin: Sparplan weiterlaufen lassen, nicht panisch verkaufen.
Fehler 6: Komplexe Strategie waehlen
Manche Eltern bauen mit 5 oder 6 verschiedenen ETFs ein "perfektes" Portfolio — und verlieren den Ueberblick. Fuer ein Juniordepot reicht ein einziger Welt-ETF. Einfachheit schlaegt Komplexitaet ueber lange Zeitraeume.
Fehler 7: Hochrisiko-Investments waehlen
Einzelaktien ("Tesla fuer das Kind"), Krypto, Hebelprodukte oder Themen-ETFs sind fuer ein Kinderdepot ungeeignet. Sie haben hoeheres Risiko bei nicht garantiert hoeherer Rendite. Kinderdepot = breite Diversifikation.
Gut zu wissen
Goldene Regel: Anlagestrategie auf eine A4-Seite passt. Wenn dein Juniordepot aus einem einzigen Welt-ETF mit monatlichem Sparplan besteht, hast du wahrscheinlich alles richtig gemacht.
Die meisten modernen Online-Broker bieten eine vollstaendig digitale Juniordepot-Eroeffnung. Hier der typische Ablauf am Beispiel comdirect, ING und DKB:
Schritt 1: Voraussetzungen pruefen
- Steuer-Identifikationsnummer des Kindes vorliegend - Geburtsurkunde des Kindes (Original oder beglaubigte Kopie) - Personalausweise beider Eltern - Bei gemeinsamem Sorgerecht: beide Eltern muessen unterschreiben - Verrechnungskonto: meist IBAN eines Eltern-Girokontos
Schritt 2: Antrag online ausfuellen
Die meisten Anbieter haben dedizierte Junior-Antragsstrecken (z.B. comdirect.de/depot/junior-depot.html). Eingabe: - Personendaten beider Eltern - Personendaten des Kindes (Name, Geburtsdatum, Steuer-ID) - Anschrift (typisch: identisch mit Eltern) - Verrechnungskonto-IBAN - Optional: erster Sparplan einrichten
Schritt 3: Identifikation
- Beide Eltern muessen sich identifizieren: meist VideoIdent oder PostIdent - VideoIdent: 5 bis 10 Minuten per Webcam mit Personalausweis - PostIdent: in der Postfiliale mit Ausweis identifizieren lassen, dauert 3 bis 5 Tage
Schritt 4: Geburtsurkunde einreichen
- Per Post: meist Original oder beglaubigte Kopie an die Bank - Manche Banken: Foto-Upload genuegt - Geburtsurkunde wird zurueckgesendet
Schritt 5: Aktivierung und erstes Login
Nach 5 bis 14 Tagen erhaeltst du die Login-Daten per Post (Sicherheitsgrund: getrennt von Antrag). Die Eltern bekommen separate Zugangsdaten — bei ING beide einzeln, bei comdirect oft nur ein gemeinsames Login.
Schritt 6: Sparplan einrichten
- Im Online-Banking unter "Sparplaene" → "Neuer Sparplan" - Wertpapier auswaehlen (z.B. Vanguard FTSE All-World IE00B3RBWM25) - Rate, Intervall (monatlich), Ausfuehrungstag waehlen - Ueberpruefen, ob ETF im Sparplan kostenlos ist - Bestaetigen
Schritt 7: Freistellungsauftrag und NV-Bescheinigung
- Freistellungsauftrag: in der App oder per Formular einrichten, 1.000 EUR pro Jahr - NV-Bescheinigung: gesondert beim Finanzamt beantragen (siehe Steuer-Sektion)
Typische Eroeffnungsdauer
Insgesamt von Antrag bis erstes Trading: 1 bis 3 Wochen. Bei DKB oft schneller (5 bis 7 Tage), bei klassischen Banken laenger (10 bis 14 Tage).
Das Juniordepot ist nur eine von vielen Sparformen fuer Kinder. Hier die wichtigsten Alternativen im Vergleich:
Sparbuch / Tagesgeld - Vorteil: keine Kursschwankungen, jederzeit verfuegbar - Nachteil: Zinsen unter Inflation, real Wertverlust ueber 18 Jahre - Empfehlung: nur fuer kurzfristige Anlagen (unter 3 Jahre Horizont)
Festgeld - Vorteil: hoehere Zinsen als Tagesgeld, garantierte Verzinsung - Nachteil: Geld ist gebunden, langfristig immer noch unter Aktienrendite - Empfehlung: als Beimischung sinnvoll, nicht als Hauptanlage fuer 18 Jahre
Klassische Lebensversicherung fuer Kinder - Vorteil: garantierte Mindestverzinsung, Steuervorteile bei Auszahlung nach 12 Jahren - Nachteil: hohe Verwaltungskosten (oft 1,5 bis 2 % p.a.), Provisionsmodell, schlechte Renditen - Empfehlung: in den meisten Faellen nicht mehr zeitgemaess; ETF-Sparplan ist deutlich besser
Bausparvertrag fuer Kinder - Vorteil: spaetere Eigenheim-Finanzierung, Wohnungsbaupraemie - Nachteil: niedrige Zinsen, Bindung an Bauspar-Konditionen - Empfehlung: nur sinnvoll, wenn das Kind tatsaechlich spaeter ein Eigenheim erwerben will
Bundesschatzbriefe / Anleihen - Bundesschatzbriefe wurden 2012 abgeschafft - Andere Anleihen: niedrige Renditen, fuer Kinderdepots nur als Beimischung sinnvoll
Gold und Edelmetalle - Vorteil: Inflationsschutz, krisensicher - Nachteil: keine laufenden Ertraege, hohe Lagerkosten oder Spread - Empfehlung: maximal 5 bis 10 % als Beimischung, niemals als Hauptinvestment fuer Kinder
Vergleich nach Endvermoegen
Bei monatlich 50 EUR Einzahlung ueber 18 Jahre und folgenden Brutto-Renditen:
| Anlageform | Brutto-Rendite p.a. | Endvermoegen ca. | |---|---|---| | Sparbuch | 0,5 % | 11.300 EUR | | Tagesgeld (Top) | 2,0 % | 12.900 EUR | | Festgeld 5 Jahre | 3,0 % | 14.100 EUR | | Klassische LV | 2,5 % nach Kosten | 13.500 EUR | | ETF-Sparplan (Welt) | 6,0 % historisch | 19.500 EUR | | ETF-Sparplan (USA) | 8,0 % historisch | 24.000 EUR |
Eingezahlt wurden in allen Faellen 10.800 EUR. Der Renditeunterschied zwischen Sparbuch und ETF-Sparplan: ueber 8.000 EUR — das ist der Preis der falschen Anlageform ueber 18 Jahre.
Gut zu wissen
Empfohlene Mischung fuer ein Juniordepot ab Geburt: 90 bis 100 % breit gestreuter Welt-ETF (z.B. FTSE All-World), 0 bis 10 % Tagesgeld als Notgroschen. Andere Anlageformen sind nicht noetig.
Bereit fuer den Juniordepot-Vergleich?
Finde das passende Depot fuer dein Kind — unabhaengig verglichen, taeglich aktualisiert.
Quellen: Buergerliches Gesetzbuch (BGB §§1626 ff. zur elterlichen Sorge, §1822 zur Genehmigungspflicht), Wertpapierhandelsgesetz (WpHG zur Geeignetheitspruefung), Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), Einkommensteuergesetz (EStG §20 zu Kapitalertraegen, §32 zum Sparer-Pauschbetrag), Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG §16 zu Freibetraegen), Einlagensicherungsgesetz (EinSiG, 100.000 EUR), Stiftung Warentest Finanztest 2024/2025 zu Kinderdepots, Bundesanstalt fuer Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Anbieter-Konditionen Stand 2026.
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