Juniordepot 2026: Die besten Anbieter im Vergleich für Eltern und Großeltern
Wer früh anfängt, für seine Kinder oder Enkelkinder Vermögen aufzubauen, legt den Grundstein für deren finanzielle Freiheit. Ein Juniordepot ist dabei eines der wirksamsten Instrumente, das der deutsche Markt bietet. Doch welcher Anbieter passt am besten zu eurer Situation? Was kostet ein Juniordepot, und welche Besonderheiten müsst ihr als Elternteil oder Großelternteil kennen? Dieser Ratgeber gibt euch einen vollständigen Überblick über den aktuellen Stand im Jahr 2026.
Was ist ein Juniordepot und warum lohnt es sich?
Ein Juniordepot ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjährigen Kindes eröffnet wird. Rechtlich gesehen sind die Erziehungsberechtigten — in der Regel die Eltern — die gesetzlichen Vertreter und verwalten das Depot, bis das Kind volljährig wird. Ab dem 18. Geburtstag geht die Verfügungsgewalt vollständig auf das Kind über.
Der entscheidende Vorteil liegt im Zinseszinseffekt über einen langen Anlagehorizont. Ein Beispiel macht das deutlich: Investierst du monatlich 50 Euro in einen breit gestreuten ETF auf den MSCI World, der im historischen Durchschnitt etwa 7 Prozent pro Jahr erwirtschaftet, ergibt sich nach 18 Jahren ein Vermögen von rund 22.000 Euro — bei einem Eigenkapitaleinsatz von nur 10.800 Euro. Wer monatlich 100 Euro anlegt, kommt sogar auf über 44.000 Euro zum 18. Geburtstag des Kindes.
Neben der renditestarken Geldanlage bieten Juniordepots auch steuerliche Vorteile: Kinder haben einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr sowie einen Grundfreibetrag von derzeit 11.784 Euro (Stand 2026). Kapitalerträge bis zu diesen Grenzen bleiben also steuerfrei — deutlich mehr Spielraum als bei Erwachsenen, die ihr Depot bereits ausgeschöpft haben.
Die wichtigsten Anbieter von Juniordepots im Vergleich 2026
Der Markt für Juniordepots ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Mittlerweile bieten sowohl klassische Filialbanken als auch Direktbanken und Neobroker entsprechende Modelle an. Hier sind die relevantesten Anbieter:
Comdirect / Commerzbank
Die Comdirect gehört seit Jahren zu den beliebtesten Anbietern für Juniordepots in Deutschland. Das Depot für Minderjährige ist komplett kostenfrei in der Depotführung, solange ein Sparplan aktiv ist. ETF-Sparpläne auf ausgewählte Produkte sind ab 1 Euro monatlich möglich, die Ordergebühren beim regulären Kauf liegen bei 3,90 Euro plus einem prozentualen Anteil. Für Familien, die eine bewährte Infrastruktur mit gutem Kundenservice schätzen, ist die Comdirect nach wie vor eine solide Wahl.
DKB (Deutsche Kreditbank)
Die DKB bietet ebenfalls ein kostenloses Depot für Minderjährige an. Besonders attraktiv: ETF-Sparpläne sind dauerhaft kostenlos ausführbar. Die DKB punktet mit einem günstigen Gesamtpaket — wer dort auch ein Girokonto führt, profitiert von einem vollständig integrierten Finanzökosystem. Für Großeltern, die regelmäßig Geld einzahlen möchten, ist der unkomplizierte Prozess ein deutlicher Vorteil.
Consorsbank
Die Consorsbank hat ihr Angebot für Familien in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Das Juniordepot ist ebenfalls gebührenfrei in der Depotführung. Mehr als 300 ETF-Sparpläne sind dauerhaft kostenlos ausführbar, darunter Produkte von iShares, Xtrackers und Amundi. Die Mindestanlage für Sparpläne liegt bei 10 Euro pro Monat — ideal für Großeltern, die monatlich einen kleinen Betrag beisteuern möchten.
ING
Die ING ist bekannt für ihre einfache Benutzeroberfläche und transparente Kostenstruktur. Das Depot für Kinder und Jugendliche ist dauerhaft kostenlos in der Führung, und über 1.000 ETF-Sparpläne können ab 1 Euro monatlich ohne Ordergebühren ausgeführt werden. Die ING eignet sich besonders für Einsteiger, die ohne viel Vorwissen starten möchten.
Scalable Capital
Scalable Capital hat sich als einer der führenden Neobroker in Deutschland etabliert und bietet ebenfalls Depots für Minderjährige an. Im kostenlosen Tarif sind Sparpläne auf ETFs, Aktien und Fonds ohne Ausführungsgebühr möglich. Wer bereit ist, 4,99 Euro pro Monat zu zahlen, erhält unbegrenzte Handelsmöglichkeiten zu einem Festpreis. Für technikaffine Familien, die aktiv in das Portfolio eingreifen möchten, ist Scalable Capital eine attraktive Option.
Vergleich auf einen Blick
| Anbieter | Depotführung | ETF-Sparplan ab | Kostenlose Sparpläne |
|---|---|---|---|
| Comdirect | Kostenlos (mit Sparplan) | 1 Euro | Auswahl |
| DKB | Kostenlos | 10 Euro | Dauerhaft kostenlos |
| Consorsbank | Kostenlos | 10 Euro | 300+ dauerhaft kostenlos |
| ING | Kostenlos | 1 Euro | 1.000+ dauerhaft kostenlos |
| Scalable Capital | Kostenlos | 1 Euro | Alle (Sparplan) |
Für einen detaillierten Blick auf aktuelle Depot-Konditionen lohnt sich ein Besuch unserer Insights Depot-Seite, auf der wir alle relevanten Kennzahlen regelmäßig aktualisieren.
Steuerliche Aspekte und rechtliche Besonderheiten
Beim Juniordepot gibt es einige rechtliche und steuerliche Punkte, die ihr unbedingt kennen solltet.
Freistellungsauftrag: Für das Depot des Kindes könnt ihr einen separaten Freistellungsauftrag in Höhe von 1.000 Euro stellen. Das bedeutet, dass Kapitalerträge bis zu dieser Grenze steuerfrei bleiben. Liegt das Vermögen des Kindes noch relativ niedrig, reicht dieser Freibetrag für viele Jahre aus.
Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung): Wenn das Kind keine eigenen Einkünfte hat und die Kapitalerträge den Grundfreibetrag nicht überschreiten, können Eltern beim Finanzamt eine NV-Bescheinigung beantragen. Damit werden sämtliche Kapitalerträge automatisch ohne Steuerabzug ausgezahlt — auch über den Sparerpauschbetrag hinaus bis zur Grenze des Grundfreibetrags.
Schenkungssteuer: Eltern können ihrem Kind bis zu 400.000 Euro alle zehn Jahre steuerfrei schenken. Großeltern dürfen hingegen 200.000 Euro pro Zehnjahres-Zeitraum steuerfrei übertragen. Für die meisten Familien ist das kein Problem — dennoch solltet ihr größere Einmalzahlungen im Blick behalten und ggf. einen Steuerberater hinzuziehen.
Keine Verfügung ohne Genehmigung: Eltern dürfen das Vermögen des Kindes nicht für eigene Zwecke verwenden. Das Kindervermögen ist rechtlich geschützt. Bei größeren Transaktionen — etwa dem Verkauf von Wertpapieren im vierstelligen Bereich — kann das Familiengericht eingeschaltet werden müssen. Die genauen Grenzen variieren je nach Bundesland und Einzelfall.
Die richtige Anlagestrategie für das Juniordepot
Die beste Strategie für ein Juniordepot ist in den meisten Fällen simpel und effektiv: breit gestreute ETFs auf globale Aktienindizes per Sparplan besparen und Schwankungen aussitzen.
MSCI World ETF: Dieser Index bildet rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Historisch lieferte er eine durchschnittliche Rendite von etwa 7 bis 9 Prozent pro Jahr. Für ein Kind mit einem Anlagehorizont von 15 bis 20 Jahren ist das eine sehr solide Basis.
MSCI All Country World (ACWI): Wer auch Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien einbeziehen möchte, greift zum MSCI ACWI. Er umfasst rund 2.900 Unternehmen aus 47 Ländern und bietet noch breitere Diversifikation.
Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs: Für Kinder empfehlen viele Experten thesaurierende ETFs, da die Dividenden automatisch reinvestiert werden und der Zinseszinseffekt maximal genutzt wird. Solange die Kapitalerträge unter dem Freibetrag bleiben, spielt die steuerliche Behandlung kaum eine Rolle.
Kein Market Timing: Versucht nicht, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden. Ein regelmäßiger Sparplan kauft automatisch zu unterschiedlichen Kursen — mal teuer, mal günstig — und glättet so die Durchschnittskosten (Cost-Averaging-Effekt).
Ein Tipp für Großeltern: Statt Geldgeschenke zu Weihnachten oder Geburtstagen auf ein Sparbuch zu legen, das kaum Zinsen abwirft, könnt ihr den Betrag einfach als Einmalzahlung in das Juniordepot einzahlen. So wird jedes Geschenk zum langfristigen Baustein im Vermögensaufbau des Enkels. Wenn ihr außerdem eure eigenen Finanzen im Blick behalten möchtet, kann das Kassensturz-Tool helfen, monatliche Sparbeträge für das Juniordepot sinnvoll einzuplanen.
Praktische Tipps für die Depoteröffnung
Die Eröffnung eines Juniordepots ist in der Regel einfach, aber es gibt ein paar Dinge, die ihr beachten solltet:
Legitimation: Ihr braucht die Geburtsurkunde des Kindes sowie den Personalausweis der Erziehungsberechtigten. Bei Eröffnung durch Großeltern ist in der Regel eine notarielle Vollmacht oder die Zustimmung der Eltern erforderlich — das variiert je nach Anbieter.
VideoIdent oder PostIdent: Die meisten Direktbanken bieten eine digitale Identifikation über VideoIdent an. Das spart den Gang zur Post und dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Kommunikation über Jahre planen: Überlegt euch, wie ihr das Kind ab einem gewissen Alter in die Geldanlage einbezieht. Ab etwa 14 Jahren ist es sinnvoll, gemeinsam das Portfolio anzuschauen, über Renditen zu sprechen und finanzielle Grundbildung zu vermitteln. Das Depot wird so zum praktischen Lernwerkzeug.
Regelmäßig überprüfen: Auch wenn ein Juniordepot langfristig angelegt ist, lohnt es sich einmal jährlich zu überprüfen, ob der gewählte ETF noch zu eurer Strategie passt und ob sich die Gebührenstruktur des Anbieters verändert hat. Für einen Gesamtüberblick über eure Finanzlage bietet sich auch der SmartFinanz-Score an, der verschiedene Aspekte eurer Finanzen bewertet.
Fazit: Früh starten lohnt sich
Ein Juniordepot gehört zu den sinnvollsten Entscheidungen, die Eltern und Großeltern für ihre Kinder und Enkelkinder treffen können. Die Kombination aus langem Anlagehorizont, steuerlichen Freibeträgen und der Kraft des Zinseszinses macht es zu einem äußerst wirkungsvollen Instrument für den Vermögensaufbau.
Im Jahr 2026 ist das Angebot an hochwertigen, kostengünstigen Juniordepots größer denn je. Ob ING, DKB, Consorsbank oder Scalable Capital — alle Anbieter punkten mit kostenlosen Depotführungen und günstigen ETF-Sparplänen. Entscheidend ist letztlich nicht, welchen Anbieter ihr wählt, sondern dass ihr überhaupt anfangt. Selbst 25 Euro pro Monat können über 18 Jahre hinweg einen erheblichen Unterschied machen.
Fangt heute an — jeder Monat, den ihr wartet, kostet das Kind bares Geld.
Häufige Fragen
Wer darf ein Juniordepot eröffnen?
Ein Juniordepot kann von den Erziehungsberechtigten — in der Regel den Eltern — im Namen des Kindes eröffnet werden. Großeltern können ebenfalls ein Depot einrichten, benötigen dafür aber üblicherweise die Zustimmung der Eltern oder eine entsprechende Vollmacht. Das Depot läuft rechtlich auf den Namen des Kindes.
Was passiert mit dem Depot, wenn das Kind 18 wird?
Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erhält das Kind die volle Verfügungsgewalt über das Depot. Es kann dann eigenständig Wertpapiere kaufen, verkaufen oder das Depot auf eine andere Bank übertragen. Eine Mitsprache der Eltern ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.
Können Großeltern Geld in das Juniordepot einzahlen?
Ja, Großeltern können jederzeit Geld auf das Juniordepot einzahlen oder als Einmalanlage eine größere Summe überweisen. Dabei sollten sie die Schenkungssteuer-Freibeträge im Auge behalten: Großeltern dürfen pro Enkel alle zehn Jahre bis zu 200.000 Euro steuerfrei schenken. Für die meisten Familien ist das kein relevantes Problem.
Welcher ETF eignet sich am besten für ein Juniordepot?
Für die meisten Familien ist ein thesaurierender ETF auf den MSCI World oder den MSCI All Country World die beste Wahl. Diese Produkte bieten maximale Diversifikation über Hunderte bis Tausende von Unternehmen weltweit, haben niedrige Kosten (TER oft unter 0,2 Prozent pro Jahr) und sind bei nahezu allen großen Anbietern als Sparplan verfügbar. Einzelaktien oder komplexere Produkte sind für langfristige Kinderdepots in der Regel nicht empfehlenswert.