Strom

Stromverbrauch im Homeoffice: Kosten senken leicht gemacht

SmartFinanz Redaktion·8 Min. Lesezeit

Das Homeoffice ist für viele Arbeitnehmer in Deutschland längst kein vorübergehendes Experiment mehr, sondern fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Was dabei oft unterschätzt wird: Der eigene Stromverbrauch steigt erheblich, wenn man täglich acht Stunden oder mehr zu Hause arbeitet. Monitor, Laptop, Drucker, Kaffeemaschine, Beleuchtung — all das läuft auf eigene Kosten. Wer klug vorgeht, kann hier monatlich zweistellige Beträge sparen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie viel Strom typische Homeoffice-Geräte tatsächlich verbrauchen, welche konkreten Maßnahmen den größten Effekt haben und wie du mit einem günstigeren Stromtarif zusätzlich sparen kannst.


Wie viel Strom verbraucht ein Homeoffice wirklich?

Wer im Homeoffice arbeitet, sollte zunächst verstehen, woher der Mehrverbrauch überhaupt kommt. Ein typisches Homeoffice-Setup besteht aus einem Laptop oder Desktop-PC, einem oder zwei Monitoren, einem WLAN-Router, gelegentlich einem Drucker sowie der allgemeinen Raumbeleuchtung.

Schauen wir uns konkrete Verbrauchswerte an:

  • Laptop: ca. 20–50 Watt
  • Desktop-PC mit Monitor: ca. 150–400 Watt
  • Zweiter Monitor (24 Zoll): ca. 20–35 Watt
  • WLAN-Router: ca. 6–15 Watt (läuft meist durchgehend)
  • Drucker im Standby: ca. 5–10 Watt, beim Drucken bis zu 500 Watt
  • LED-Schreibtischlampe: ca. 5–10 Watt

Nehmen wir ein realistisches Beispiel: Ein Arbeitnehmer arbeitet 220 Tage im Jahr je acht Stunden von zu Hause aus. Er nutzt einen Desktop-PC mit Monitor (zusammen 250 Watt), einen zweiten Monitor (30 Watt), den Router (10 Watt, 24 Stunden aktiv) und eine LED-Lampe (8 Watt). Das ergibt pro Arbeitstag einen Verbrauch von rund 2,4 Kilowattstunden allein durch das Arbeitssetup — ohne Kaffeemaschine, Heizung oder sonstige Geräte.

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 33 Cent pro Kilowattstunde (Stand 2026) entstehen daraus Kosten von knapp 80 Euro im Jahr — nur für das Homeoffice-Equipment. Wer zusätzlich häufig druckt, eine alte Kaffeemaschine nutzt oder im Winter elektrisch heizt, kommt schnell auf das Doppelte oder Dreifache.


Die größten Stromfresser im Homeoffice — und was du dagegen tun kannst

Desktop-PC versus Laptop

Der größte Hebel liegt oft beim Hauptgerät. Ein Desktop-PC verbraucht im Betrieb im Schnitt dreimal so viel Strom wie ein moderner Laptop mit aktueller ARM-Architektur. Wer die Wahl hat, sollte auf den Laptop setzen — ein modernes Gerät mit energieeffizientem Prozessor kommt mit 15 bis 25 Watt im Alltagsbetrieb aus.

Falls ein Desktop-PC unbedingt notwendig ist, lohnt sich ein Blick auf die Energiespareinstellungen: Bildschirmabschaltung nach fünf Minuten Inaktivität, Ruhezustand nach 15 Minuten, Energiesparmodus aktivieren. Diese Einstellungen kosten nichts und können den Verbrauch um 20 bis 30 Prozent senken.

Monitore — Anzahl und Helligkeit

Zwei Monitore sind komfortabel, aber teuer. Ein zusätzlicher 27-Zoll-Monitor läuft bei voller Helligkeit mit 40 bis 50 Watt. Wer ihn auf 60 bis 70 Prozent Helligkeit drosselt, senkt den Verbrauch um bis zu 40 Prozent — ohne nennenswerte Einbußen bei der Bildqualität.

Außerdem gilt: Schalte Monitore in der Mittagspause wirklich aus, nicht nur in den Standby-Modus. Viele Bildschirme verbrauchen im Standby noch immer 1 bis 3 Watt — klingt wenig, summiert sich über ein Jahr aber auf mehrere Kilowattstunden.

Drucker und sonstige Geräte

Ein Laserdrucker im Standby verbraucht erstaunlich viel Strom. Wer nur gelegentlich druckt, sollte den Drucker konsequent ganz ausschalten und nur bei Bedarf einschalten. Das gleiche gilt für externe Festplatten, USB-Hubs und Ladegeräte: Viele Netzteile ziehen auch ohne angeschlossenes Gerät noch Strom — sogenannten Leerlaufverlust.

Schaltbare Steckdosenleisten sind hier die einfachste Lösung. Mit einem einzigen Schalter am Feierabend trennst du alle Geräte vom Netz und sparst mühelos fünf bis zehn Euro im Jahr.


Smarte Gewohnheiten, die deinen Stromverbrauch deutlich senken

Technik ist eine Sache — Verhalten eine andere. Oft sind es kleine Gewohnheiten, die über Monate und Jahre einen erheblichen Unterschied machen.

Bildschirmschoner abschalten: Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben spart ein Bildschirmschoner keinen Strom. Im Gegenteil: Animierte Bildschirmschoner halten den Monitor und die GPU aktiv. Stattdessen sollte die automatische Bildschirmabschaltung aktiviert werden.

Geräte wirklich ausschalten: Das Herunterfahren des PCs dauert 30 Sekunden — aber spart über Nacht und am Wochenende mehrere Kilowattstunden pro Monat gegenüber dem Standby-Betrieb.

Tageslicht nutzen: Wer seinen Schreibtisch ans Fenster stellt, braucht tagsüber oft gar keine künstliche Beleuchtung. Das klingt trivial, macht aber bei 220 Arbeitstagen im Jahr einen spürbaren Unterschied.

Kaffeemaschine bewusst einsetzen: Eine Filtermaschine, die auf der Warmhalteplatte steht, verbraucht bis zu 40 Watt dauerhaft. Wer morgens eine Kanne kocht und dann die Maschine abschaltet, spart im Vergleich zum Dauerbetrieb schnell 15 bis 20 Euro im Jahr.

Um einen besseren Überblick über deine gesamten Haushaltsausgaben inklusive Stromkosten zu bekommen, kann das Kassensturz-Tool sehr hilfreich sein — damit siehst du auf einen Blick, wo dein Geld tatsächlich hingeht.


Der richtige Stromtarif — oft der größte Hebel von allen

Selbst wer alle technischen und verhaltensbezogenen Tipps umsetzt, kann nur einen Teil seiner Stromkosten beeinflussen. Der Preis pro Kilowattstunde ist jedoch eine Variable, die du aktiv gestalten kannst — und hier schlummert oft das größte Sparpotenzial.

In Deutschland variieren Stromtarife je nach Anbieter und Region erheblich. Wer noch beim teuren Grundversorger ist und nie gewechselt hat, zahlt in vielen Städten 35 bis 40 Cent pro Kilowattstunde. Günstige Anbieter liegen hingegen bei 28 bis 32 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (typisch für einen Zwei-Personen-Haushalt mit Homeoffice) ergibt das eine Ersparnis von 200 bis 400 Euro jährlich — allein durch den Anbieterwechsel.

Ein regelmäßiger Strom-Vergleich lohnt sich daher mindestens einmal im Jahr. Viele attraktive Tarife beinhalten zudem Neukundenprämien oder Sofortboni, die den Wechsel zusätzlich attraktiv machen. Der Wechselprozess selbst ist unkompliziert: Du kündigst nicht selbst, sondern gibst einfach beim neuen Anbieter deine Daten ein — dieser übernimmt die Kündigung beim alten Versorger.

Worauf du beim Vergleich achten solltest:

  • Grundpreis pro Monat: Dieser fällt unabhängig vom Verbrauch an und liegt typischerweise zwischen 8 und 15 Euro.
  • Arbeitspreis pro Kilowattstunde: Das ist der entscheidende Hebel bei hohem Verbrauch.
  • Vertragslaufzeit: Tarife ohne Mindestlaufzeit oder mit maximal zwölf Monaten Bindung sind flexibler.
  • Preisgarantie: Achte darauf, dass der Preis für mindestens zwölf Monate garantiert wird.

Steuerliche Absetzbarkeit — so holst du noch mehr heraus

Ein oft vergessener Aspekt: Wer im Homeoffice arbeitet, kann bestimmte Kosten steuerlich geltend machen. Seit der Reform des Homeoffice-Pauschbetrags gilt in Deutschland ab 2026 eine Tagespauschale von 6 Euro pro Homeoffice-Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr (also 210 Tage). Diese Pauschale deckt pauschal alle typischen Homeoffice-Kosten ab — inklusive Stromkosten.

Wer ein anerkanntes häusliches Arbeitszimmer nachweisen kann, also einen Raum, der ausschließlich beruflich genutzt wird, darf die tatsächlichen anteiligen Kosten (inklusive Strom) absetzen. Dazu zählen dann auch die anteiligen Stromkosten auf Basis der Zimmerfläche im Verhältnis zur gesamten Wohnfläche.

Tipp: Halte Belege über deinen Stromverbrauch und gegebenenfalls einen Stromzähler für den Arbeitsraum bereit, falls du die tatsächlichen Kosten geltend machen möchtest. Dies ist aufwendiger als die Pauschale, kann sich aber bei hohem Stromverbrauch lohnen.

Wenn du neben den laufenden Ausgaben auch deine längerfristige finanzielle Situation im Blick behalten möchtest, gibt dir der SmartFinanz-Score eine schnelle Orientierung darüber, wie gut du finanziell aufgestellt bist.


Fazit: Mit kleinen Schritten zu deutlich niedrigeren Stromkosten

Das Homeoffice muss keine Kostenfalle sein. Wer die richtigen Geräte einsetzt, smarte Gewohnheiten entwickelt und vor allem seinen Stromtarif regelmäßig überprüft, kann im Jahr mehrere Hundert Euro sparen — ohne großen Aufwand und ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:

  1. Energiespareinstellungen am PC und Monitor aktivieren
  2. Geräte am Feierabend komplett vom Netz trennen (schaltbare Steckdosenleiste)
  3. Monitore dimmen und unnötige Geräte ausschalten
  4. Stromtarif vergleichen und gegebenenfalls wechseln
  5. Homeoffice-Kosten steuerlich geltend machen

Besonders der Punkt Tarifwechsel wird von vielen Haushalten unterschätzt. Dabei ist der Strom-Vergleich die schnellste und wirkungsvollste Maßnahme, die du heute noch umsetzen kannst — ohne eine einzige Gewohnheit zu ändern.


Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein typisches Homeoffice pro Jahr?

Das hängt stark vom Setup ab. Ein Laptop-Setup verbraucht rund 200 bis 400 Kilowattstunden pro Jahr bei Vollzeitarbeit im Homeoffice. Ein Desktop-PC mit zwei Monitoren kann auf 600 bis 900 Kilowattstunden kommen. Hinzu kommen Drucker, Beleuchtung und andere Geräte.

Lohnt sich ein Stromtarif-Wechsel wirklich?

Ja, in den meisten Fällen deutlich. Wer vom teuren Grundversorger zu einem günstigen Ökostromanbieter wechselt, spart bei einem Durchschnittshaushalt häufig 150 bis 350 Euro im Jahr. Der Aufwand für den Wechsel beträgt in der Regel weniger als 15 Minuten.

Kann ich Stromkosten für das Homeoffice steuerlich absetzen?

Ja. Entweder über die Homeoffice-Tagespauschale von 6 Euro pro Tag (maximal 1.260 Euro pro Jahr) oder — bei einem anerkannten Arbeitszimmer — über die tatsächlichen anteiligen Stromkosten. Letzteres erfordert Belege und eine genaue Berechnung des Flächenanteils.

Was sind die wirkungsvollsten Sofortmaßnahmen zur Stromkostensenkung?

Die drei wirkungsvollsten Sofortmaßnahmen sind: erstens die Aktivierung der Energiespareinstellungen am Computer, zweitens der Einsatz einer schaltbaren Steckdosenleiste, um Standby-Verbrauch zu eliminieren, und drittens ein Stromtarifvergleich mit anschließendem Anbieterwechsel. Letzteres bringt in der Regel die größte finanzielle Ersparnis.

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