Girokonto

Girokonto wechseln: Anleitung zum Kontowechsel 2026

SmartFinanz Redaktion·8 Min. Lesezeit

Ein Girokonto ist wie ein alter Schuh — man kennt es, man hat sich daran gewöhnt, und man wechselt es selten. Dabei kann ein Kontowechsel im Jahr 2026 bares Geld sparen. Viele Banken verlangen inzwischen Kontoführungsgebühren von 8 bis 15 Euro im Monat, während zahlreiche Anbieter noch immer kostenlose Girokonten mit attraktiven Leistungen offerieren. Wer also seit Jahren bei derselben Bank ist, ohne die Konditionen zu hinterfragen, zahlt möglicherweise jedes Jahr über 100 Euro zu viel. Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie ein Kontowechsel reibungslos gelingt — ohne verlorene Überweisungen, ohne Mahnungen und ohne unnötigen Stress.


Warum sich ein Girokonto-Wechsel 2026 lohnt

Die Bankenlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Direktbanken und Neobanken drängen mit aggressiven Konditionen auf den Markt und zwingen traditionelle Filialbanken zumindest teilweise zum Nachziehen. Trotzdem klafft zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern eine beachtliche Lücke.

Konkret: Bei der Sparkasse oder Volksbank zahlst du je nach Region zwischen 6 und 15 Euro Grundgebühr pro Monat — das sind bis zu 180 Euro im Jahr, nur für die Kontoführung. Dazu kommen Gebühren für Girokarten (oft 10 bis 15 Euro jährlich), Überweisungsgebühren an Schaltern und Entgelte für Kontoauszüge in Papierform. Ein kostenfreies Girokonto bei einer Direktbank ist da eine echte Alternative.

Darüber hinaus locken viele Banken im Jahr 2026 mit Wechselboni: Zwischen 50 und 150 Euro Startgutschrift sind keine Seltenheit, wenn du dein Konto wechselst und bestimmte Bedingungen erfüllst — zum Beispiel einen monatlichen Mindestgeldeingang von 700 bis 1.000 Euro. Nutze unseren Girokonto-Vergleich, um die aktuell besten Angebote und Wechselprämien auf einen Blick zu sehen.


Vorbereitung: Was du vor dem Wechsel erledigen musst

Ein Kontowechsel ist kein Hexenwerk, aber er erfordert etwas Vorbereitung. Wer planlos vorgeht, riskiert, dass eine wichtige Lastschrift ins Leere läuft oder eine Überweisung nicht ankommt. Mit der richtigen Checkliste passiert das nicht.

Schritt 1 — Konto bei der neuen Bank eröffnen

Zuerst eröffnest du das neue Girokonto. Das geht heute bei den meisten Anbietern vollständig online und dauert oft keine 15 Minuten. Die Legitimation erfolgt per Video-Ident (per Smartphone) oder PostIdent in der nächsten Postfiliale. Nach wenigen Werktagen erhältst du deine Kontonummer, IBAN und kurz darauf deine Girokarte per Post.

Wichtig: Kündige das alte Konto noch nicht. Beide Konten laufen zunächst parallel — das gibt dir die nötige Zeit, alle Zahlungspartner zu informieren.

Schritt 2 — Liste aller Daueraufträge und Lastschriften erstellen

Das ist der wichtigste Vorbereitungsschritt. Gehe deine Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate systematisch durch und notiere:

  • Alle Daueraufträge (Miete, Versicherungen, Mitgliedsbeiträge, Streaming-Dienste)
  • Alle Lastschriftmandate (Strom, Gas, Telefon, GEZ, Fitnessstudio)
  • Dein Arbeitgeber für die Gehaltsüberweisung
  • Das Finanzamt, falls du Steuererstattungen erhältst
  • PayPal oder andere Zahlungsdienste, die mit deinem Konto verknüpft sind

Falls du den Überblick über deine Ausgaben verloren hast, kann das Kassensturz-Tool helfen: Es zeigt dir auf einen Blick, welche Fixkosten und Abonnements regelmäßig abgebucht werden — ideal als Vorarbeit für den Kontowechsel.

Schritt 3 — Wechselservice nutzen (gesetzliche Pflicht seit 2016)

In Deutschland sind Banken seit 2016 gesetzlich verpflichtet, einen kostenlosen Kontowechselservice anzubieten. Das bedeutet: Deine neue Bank übernimmt auf Wunsch die komplette Benachrichtigung aller Zahlungspartner für dich. Sie fordert von deiner alten Bank eine Liste aller Daueraufträge und Lastschriften der letzten 13 Monate an und leitet alle eingehenden Zahlungen sowie Lastschriften für mindestens 13 Monate an dein neues Konto um.

In der Praxis funktioniert dieser Service gut, aber nicht fehlerfrei. Es empfiehlt sich, wichtige Zahlungspartner — besonders den Arbeitgeber und große Versicherungen — selbst direkt zu informieren, anstatt sich vollständig auf den automatisierten Service zu verlassen.


Der eigentliche Wechsel: Schritt für Schritt

Sobald du gut vorbereitet bist, geht der eigentliche Wechsel zügig vonstatten. Hier ist der genaue Ablauf:

Woche 1 bis 2: Neues Konto eröffnen, IBAN notieren, Girokarte abwarten.

Woche 3: Arbeitgeber schriftlich über die neue Bankverbindung informieren — am besten per E-Mail mit Lesebestätigung oder per Brief. Der Arbeitgeber braucht die neue IBAN rechtzeitig vor dem nächsten Gehaltseingang. Plane mindestens 4 Wochen Vorlauf ein.

Woche 3 bis 4: Alle Zahlungspartner einzeln anschreiben oder online die neue IBAN hinterlegen. Viele Streaming-Anbieter, Versicherungen und Onlineshops ermöglichen das bequem im jeweiligen Kundenkonto. Bei Lastschriften gilt: Du musst das neue Mandat in der Regel selbst einrichten oder der Zahlungsempfänger aktualisiert es nach deiner Mitteilung.

Woche 5 bis 6: Kontrolliere, ob alle Daueraufträge und Lastschriften korrekt umgezogen sind. Halte auf dem alten Konto noch ausreichend Guthaben vor, damit keine Rücklastschriften entstehen — diese kosten oft 5 bis 15 Euro Gebühren beim Zahlungsempfänger.

Ab Woche 6 bis 8: Wenn alle Zahlungsströme auf das neue Konto umgezogen sind, kannst du das alte Konto schriftlich kündigen. Die Kündigung ist grundsätzlich jederzeit möglich, eine Kündigungsfrist gibt es bei Girokonten in Deutschland in der Regel nicht — es sei denn, im Vertrag steht etwas anderes.


Häufige Fehler beim Kontowechsel — und wie du sie vermeidest

Selbst gut organisierte Menschen machen beim Kontowechsel bestimmte Fehler immer wieder. Hier die häufigsten Stolperfallen:

Zu frühes Kündigen des alten Kontos: Wer das alte Konto zu früh schließt, riskiert, dass noch laufende Lastschriften platzen. Immer erst kündigen, wenn alles umgezogen ist.

Vergessene Zahlungspartner: Besonders tückisch sind jährliche Abbuchungen — etwa Kfz-Versicherungen oder Vereinsbeiträge, die nur einmal im Jahr abgebucht werden. Da diese in den monatlichen Kontoauszügen nicht auffallen, werden sie beim Wechsel leicht vergessen. Prüfe daher mindestens 12 Monate Kontohistorie.

PayPal und andere Zahlungsdienste: Viele vergessen, dass PayPal, Apple Pay oder Google Pay direkt mit dem alten Konto verknüpft sind. Diese Verknüpfungen müssen manuell in den jeweiligen Kontoeinstellungen aktualisiert werden.

Dispokreditrahmen nicht übertragen: Falls du beim alten Konto einen Dispositionskredit (Dispo) hattest, wird dieser beim Wechsel nicht automatisch mitgenommen. Du musst einen neuen Dispo beim neuen Anbieter beantragen — was bei manchen Banken ein paar Wochen dauern kann.

Steuerliche Aspekte vergessen: Falls du Kapitalerträge über dein Girokonto abwickelst oder einen Freistellungsauftrag gestellt hast, musst du diesen beim alten Anbieter widerrufen und beim neuen neu einrichten.

Wenn du neben dem Girokonto auch über eine neue Kreditkarte nachdenkst, lohnt sich ein Blick in unseren Kreditkarten-Vergleich — viele Direktbanken bieten attraktive Kombipakete aus Girokonto und kostenloser Kreditkarte an.


Das neue Konto optimal nutzen: Tipps für den Neustart

Der Kontowechsel ist eine gute Gelegenheit, die eigenen Finanzen grundsätzlich zu überdenken. Hier sind einige Tipps, wie du das neue Konto von Anfang an optimal nutzt:

Kostenfreies Konto wirklich kostenfrei halten: Viele Direktbanken bieten das Konto nur kostenlos an, wenn ein Mindestgeldeingang pro Monat erfüllt wird — typisch sind 700 bis 1.000 Euro netto. Prüfe diese Bedingung und stelle sicher, dass du sie dauerhaft erfüllst, sonst fallen Kontoführungsgebühren an.

Mehrere Unterkonten oder Verrechnungskonten nutzen: Einige moderne Banken — besonders im Bereich der Neobanken — bieten kostenlose Unterkonten oder sogenannte Spaces an, mit denen du Budgets für Urlaub, Notgroschen oder große Anschaffungen separat verwalten kannst. Wenn dich dieser Ansatz interessiert, schau dir auch den Neobanken-Vergleich an, wo die innovativsten Angebote gelistet sind.

Daueraufträge direkt online verwalten: Nutze das Online-Banking oder die App deiner neuen Bank konsequent. Daueraufträge lassen sich online in Sekunden anpassen, pausieren oder löschen — das gibt dir maximale Kontrolle über deine Finanzen.

Wechselprämie einlösen: Falls deine neue Bank einen Wechselbonus anbietet, achte genau auf die Bedingungen. Oft musst du innerhalb der ersten 60 oder 90 Tage einen bestimmten Geldeingang erzielen oder eine Mindestanzahl an Kartenzahlungen tätigen. Notiere dir die Bedingungen direkt nach der Kontoeröffnung.


Fazit: Kontowechsel lohnt sich — wenn du es richtig angehst

Ein Girokonto-Wechsel ist 2026 einfacher denn je. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen schützen dich, der Wechselservice deiner neuen Bank nimmt dir viel Arbeit ab, und die Auswahl an attraktiven Konten ist größer denn je. Wer die beschriebenen Schritte befolgt, überträgt sein Konto in vier bis sechs Wochen vollständig und sicher.

Die mögliche Ersparnis ist beachtlich: Zwischen 100 und 200 Euro im Jahr können durch den Wechsel zu einem kostenfreien Konto entstehen — zuzüglich etwaiger Wechselprämien von bis zu 150 Euro. Auf fünf Jahre gerechnet sind das schnell 600 bis 1.150 Euro, die du dir sparst oder anderweitig investierst.

Der erste Schritt ist der wichtigste: Verschaffe dir einen Überblick über aktuelle Angebote und vergleiche die Konditionen. Dann steht einem erfolgreichen Kontowechsel nichts mehr im Weg.


Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Kontowechsel in Deutschland?

Ein vollständiger Kontowechsel dauert in der Regel vier bis acht Wochen. Das Eröffnen des neuen Kontos geht oft innerhalb weniger Tage. Die meiste Zeit benötigst du, um alle Zahlungspartner zu informieren und sicherzustellen, dass keine Abbuchungen mehr über das alte Konto laufen.

Kann ich mein Girokonto jederzeit kündigen?

Ja, Girokonten können in Deutschland grundsätzlich ohne Mindestlaufzeit jederzeit gekündigt werden. Eine gesetzliche Kündigungsfrist gibt es nicht. Manche Verträge sehen allerdings eine vertragliche Frist vor — prüfe daher deine Unterlagen oder die aktuellen AGBs deiner Bank.

Was passiert mit Überweisungen, die noch an meine alte IBAN gehen?

Nutzt du den gesetzlichen Kontowechselservice deiner neuen Bank, werden eingehende Überweisungen für mindestens 13 Monate automatisch an deine neue IBAN weitergeleitet. Zudem werden die Absender über deine neue Bankverbindung informiert. Trotzdem solltest du wichtige Zahlungspartner aktiv selbst benachrichtigen.

Fallen beim Kontowechsel Kosten an?

Der gesetzliche Wechselservice ist kostenlos — weder die alte noch die neue Bank darf dafür eine Gebühr verlangen. Kosten können allenfalls entstehen, wenn auf dem alten Konto Rücklastschriften ausgelöst werden, weil du zu früh gekündigt hast und noch Abbuchungen ausstehen. Halte daher bis zur vollständigen Umstellung ausreichend Guthaben auf dem alten Konto bereit.

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