Kostenlose ETF-Sparpläne 2026: Broker ohne Gebühren vergleichen
Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kommt an ETF-Sparplänen kaum noch vorbei. Die Kombination aus breiter Streuung, niedrigen Kosten und automatischer Besparung macht sie zur bevorzugten Anlageform für Millionen Deutsche. Doch so attraktiv ETFs grundsätzlich sind — die Wahl des richtigen Brokers entscheidet darüber, wie viel von deiner Rendite am Ende tatsächlich bei dir ankommt. Denn während manche Anbieter noch immer Ausführungsgebühren von 1,5 Prozent oder mehr verlangen, bieten Neobroker und Direktbanken ihre ETF-Sparpläne längst kostenlos an. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du 2026 beim Brokervergleich achten solltest, welche Kosten wirklich relevant sind und wie du den besten Anbieter für deine Situation findest.
Warum Gebühren beim ETF-Sparplan mehr zählen, als du denkst
Der Zinseszinseffekt ist die mächtigste Kraft im Vermögensaufbau — aber er funktioniert in beide Richtungen. Kosten, die du Jahr für Jahr zahlst, fressen nicht nur einen einmaligen Betrag aus deinem Depot, sondern auch alle künftigen Erträge, die dieser Betrag hätte erwirtschaften können.
Ein konkretes Beispiel macht das deutlich: Angenommen, du sparst monatlich 200 Euro über 30 Jahre bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7 Prozent. Ohne Ausführungsgebühren ergibt sich nach drei Jahrzehnten ein Endkapital von rund 226.000 Euro. Zahlt dein Broker jedoch 1,5 Prozent Ausführungsgebühr pro Rate, verlierst du allein durch die direkte Gebühr über die Laufzeit mehr als 8.000 Euro — und das, bevor der entgangene Zinseszinseffekt eingerechnet ist. Mit dem Zinseszins-Rechner kannst du solche Szenarien schnell und anschaulich für deine eigene Situation durchrechnen.
Neben den Ausführungsgebühren spielen auch die laufenden Kosten des ETF selbst eine Rolle — die sogenannte Total Expense Ratio (TER). Diese liegt bei marktbreiten Index-ETFs wie dem MSCI World oder dem FTSE All-World heute häufig zwischen 0,07 und 0,20 Prozent pro Jahr und ist unvermeidbar. Was du jedoch steuern kannst, sind die Kosten deines Brokers.
Kostenlose vs. günstige Sparpläne: Was bedeutet "kostenlos" wirklich?
"Kostenlos" klingt eindeutig — ist es aber nicht immer. Broker nutzen verschiedene Modelle, um Einnahmen zu generieren, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Du solltest daher genau hinschauen:
Direkte Ausführungsgebühren: Der klassische Kostenpunkt. Viele Filialbanken und ältere Direktbanken berechnen 1,00 bis 2,50 Prozent des Sparplanbetrags pro Ausführung. Bei einem Sparplan von 100 Euro sind das also bis zu 2,50 Euro — pro Monat, jeden Monat.
Mindestgebühren: Einige Broker verlangen unabhängig vom Sparbetrag eine Mindestgebühr von zum Beispiel 1,50 Euro pro Ausführung. Für kleine Sparpläne unter 50 Euro kann das die effektive Kostenquote auf über 3 Prozent treiben.
Spreads beim Kauf: Selbst bei "kostenlosen" Sparplänen kann der Broker am Spread verdienen — also der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Das ist bei ETF-Sparplänen oft vernachlässigbar, sollte aber im Hinterkopf behalten werden.
Depotgebühren: Manche Anbieter verlangen eine jährliche Depotgebühr. Wenn diese nicht durch andere Konditionen ausgeglichen wird, relativiert sie den Vorteil kostenloser Sparpläne erheblich.
Ein wirklich kostenloser ETF-Sparplan bedeutet: keine Ausführungsgebühr, keine Mindestgebühr, keine Depotgebühr. Solche Angebote existieren 2026 bei mehreren Anbietern — aber du musst gezielt danach suchen. Der ETF-Sparplan-Vergleich hilft dir dabei, die aktuell besten Angebote gegenüberzustellen und transparent zu vergleichen.
Die wichtigsten Broker für kostenlose ETF-Sparpläne 2026
Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Neobroker haben den etablierten Direktbanken erheblichen Druck gemacht — und viele Platzhirsche haben nachgezogen. Hier ein Überblick über die relevantesten Anbietertypen:
Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital, Justrade u. a.): Diese Anbieter haben den kostenlosen ETF-Sparplan in Deutschland populär gemacht. Typische Sparplanraten beginnen ab 1 Euro, die ETF-Auswahl umfasst meist mehrere hundert bis über tausend Produkte. Die Depotführung ist kostenlos, Ausführungsgebühren fallen in der Regel nicht an. Dafür sind manche zusätzlichen Funktionen — etwa professionelle Analyse-Tools oder telefonischer Kundenservice — eingeschränkt oder kostenpflichtig.
Direktbanken (Comdirect, ING, DKB u. a.): Die klassischen Direktbanken haben aufgeholt. Viele bieten heute ebenfalls eine große Auswahl kostenloser Sparpläne an — häufig auf bestimmte ETF-Anbieter oder Aktionen begrenzt. Der Vorteil: besserer Kundenservice, mehr Produktvielfalt (Tagesgeld, Baufinanzierung, Kreditkarte) und eine etablierte Infrastruktur. Wichtig ist, genau zu prüfen, welche ETFs tatsächlich kostenlos bespart werden können und welche nicht.
Filialbanken und klassische Broker: Hier ist Vorsicht geboten. Während es Ausnahmen gibt, verlangen viele klassische Broker noch immer Ausführungsgebühren. Für den langfristigen ETF-Sparplan sind sie in der Regel keine erste Wahl.
Worauf du beim Brokervergleich achten solltest:
- Anzahl der kostenlos besparbaren ETFs
- Mindest-Sparrate (ab 1, 10 oder 25 Euro?)
- Ausführungsintervall (monatlich, wöchentlich, täglich?)
- Depotgebühren
- Einlagensicherung und Regulierung
- Qualität der App und Benutzeroberfläche
- Zusatzfunktionen wie automatische Wiederanlage von Dividenden
Wer parallel auch über vollautomatisierte Anlagestrategien nachdenkt, sollte einen Blick in den RoboAdvisor-Vergleich werfen — dort findest du Anbieter, die das gesamte Portfoliomanagement inklusive Rebalancing übernehmen.
Sparrate, ETF-Auswahl und Strategie: So startest du richtig
Ein kostenloser Broker allein macht noch keine erfolgreiche Geldanlage. Genauso wichtig ist, was du besparst und wie konsequent du dabei bleibst.
Die richtige ETF-Auswahl: Für Einsteiger empfehlen sich breit diversifizierte Welt-ETFs. Der MSCI World bildet rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Wer auch Schwellenländer einbeziehen möchte, greift zum MSCI ACWI oder FTSE All-World — beide decken über 3.000 bis 4.000 Aktien weltweit ab. Diese ETFs sind bei nahezu allen großen Brokern als kostenlose Sparpläne verfügbar und weisen eine TER von oft unter 0,20 Prozent auf.
Thesaurierend oder ausschüttend? Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an — ideal für den Vermögensaufbau, da der Zinseszinseffekt voll genutzt wird. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden aus, was psychologisch motivierend sein kann, aber eine aktivere Verwaltung erfordert, wenn die Ausschüttungen wieder investiert werden sollen.
Die richtige Sparrate: Es gibt keine universell richtige Antwort, aber eine Faustregel lautet: Spare das, was du dauerhaft entbehren kannst — nicht was du gelegentlich entbehren könntest. Selbst 50 Euro im Monat ergeben über 25 Jahre bei 7 Prozent durchschnittlicher Jahresrendite über 40.000 Euro. 200 Euro monatlich bringen im gleichen Zeitraum auf über 160.000 Euro. Entscheidend ist die Konsequenz, nicht die Höhe.
Automatisierung nutzen: Der größte Vorteil eines Sparplans ist die Automatisierung. Einmal eingerichtet, läuft er ohne dein Zutun. Passe den Betrag an, wenn sich dein Einkommen ändert — und lass den Rest die Zeit erledigen.
Steuer, Freistellungsauftrag und praktische Hinweise
Auch die steuerliche Seite solltest du nicht vergessen. In Deutschland gilt für Kapitalerträge die Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag — insgesamt rund 26,375 Prozent. Hinzu kommen je nach Gemeinde Kirchensteuer.
Freistellungsauftrag: Seit 2023 beträgt der Sparerpauschbetrag 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren). Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Du solltest sicherstellen, dass du deinem Broker einen Freistellungsauftrag erteilt hast — sonst wird Abgeltungssteuer sofort einbehalten, auch wenn du den Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft hast. 2026 gilt dieser Betrag unverändert.
Vorabpauschale: Thesaurierende ETFs unterliegen seit der Investmentsteuerreform der Vorabpauschale — einer vorweggenommenen Besteuerung fiktiver Erträge. Die Vorabpauschale wird einmal jährlich berechnet und ist in der Regel gering, aber du solltest dafür sorgen, dass ausreichend Liquidität auf deinem Verrechnungskonto liegt, damit der Broker den Betrag einziehen kann.
Steuereinfache ETFs: Achte bei der Auswahl auf in Deutschland aufgelegte oder zumindest steuerlich einfache ETFs. Diese werden von deinem Broker automatisch korrekt abgerechnet und ersparen dir aufwendige manuelle Korrekturen in der Steuererklärung.
Wenn du dir nicht sicher bist, wie viel Budget du tatsächlich für Investitionen zur Verfügung hast, lohnt sich ein Blick auf das Kassensturz-Tool — damit bekommst du schnell Klarheit über deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben.
Fazit: Kostenlose ETF-Sparpläne 2026 sind der Standard — nutze ihn
Der Markt hat sich zugunsten der Anleger entwickelt. Kostenlose ETF-Sparpläne sind 2026 keine Ausnahme mehr, sondern die Regel bei modernen Brokern. Wer heute noch Ausführungsgebühren zahlt, verschenkt bares Geld — und das jeden Monat, über Jahre und Jahrzehnte.
Die Botschaft ist klar: Wähle einen Broker ohne Ausführungsgebühren und ohne Depotkosten, bespare einen breit diversifizierten Welt-ETF mit einer festen monatlichen Rate, stelle einen Freistellungsauftrag ein und lass den Sparplan laufen. Du musst kein Finanzexperte sein, um das richtig umzusetzen. Du musst nur anfangen — und dann konsequent bleiben.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, welche ETFs bei meinem Broker kostenlos besparbar sind?
Die meisten Broker listen ihre kostenlosen Sparpläne transparent auf ihrer Website oder in der App. Achte darauf, ob die Kostenfreiheit dauerhaft gilt oder nur im Rahmen einer zeitlich begrenzten Aktion. Im ETF-Sparplan-Vergleich findest du eine aktuelle Übersicht der Angebote.
Ab welchem Betrag lohnt sich ein ETF-Sparplan?
Theoretisch schon ab 1 Euro pro Monat — vorausgesetzt, der Broker bietet diese Mindestrate an. Praktisch sinnvoll sind Beträge ab 25 bis 50 Euro monatlich, damit der Sparplan eine merkliche Wirkung entfaltet. Wichtiger als die Höhe ist die Regelmäßigkeit.
Kann ich mehrere ETF-Sparpläne bei verschiedenen Brokern führen?
Ja, das ist problemlos möglich. Manche Anleger nutzen einen Neobroker für den Haupt-Sparplan und eine Direktbank für zusätzliche Produkte. Beachte jedoch, dass du für jeden Broker einen separaten Freistellungsauftrag einrichten musst und die Gesamtsumme 1.000 Euro (bzw. 2.000 Euro für Paare) nicht überschreiten sollte.
Was passiert mit meinem ETF-Sparplan, wenn der Broker insolvent wird?
ETFs gelten als Sondervermögen und sind damit im Insolvenzfall des Brokers geschützt. Deine Anteile gehören dir — nicht dem Broker. Sie werden im Insolvenzfall auf ein anderes Depot übertragen oder ausgezahlt. Stelle dennoch sicher, dass dein Broker in Deutschland oder der EU reguliert und bei der BaFin registriert ist.