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Kontowechsel leicht gemacht: So wechselst du die Bank in 5 Schritten

SmartFinanz Redaktion·6 Min. Lesezeit
Kontowechsel leicht gemacht: So wechselst du die Bank in 5 Schritten

Viele bleiben bei ihrer Bank — nicht weil sie zufrieden sind, sondern weil ein Kontowechsel nach Aufwand klingt. Lastschriften umstellen, Arbeitgeber informieren, Daueraufträge neu einrichten… Aber seit dem Zahlungskontengesetz (ZKG) von 2016 ist der Wechsel deutlich einfacher geworden. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie es geht.

Der gesetzliche Kontowechselservice

Seit September 2016 sind Banken gesetzlich verpflichtet, dich beim Kontowechsel zu unterstützen. Das Zahlungskontengesetz (§ 21 ZKG) regelt: Die neue Bank muss innerhalb von 12 Geschäftstagen alle Zahlungspartner informieren, Daueraufträge übertragen und Lastschriftgläubiger über die neue Bankverbindung in Kenntnis setzen.

In der Praxis bieten die meisten Banken einen digitalen Kontowechselservice an (oft über den Dienstleister finAPI oder fino). Du gibst der neuen Bank den Zugang zu deinem alten Konto (per Online-Banking-Zugangsdaten), und der Service zeigt dir alle regelmäßigen Zahlungspartner an. Du wählst aus, wer informiert werden soll — fertig.

Schritt für Schritt: So wechselst du

Schritt 1: Neues Konto eröffnen

Eröffne zuerst das neue Konto. Bei Neobanken dauert das per Video-Ident oft nur 10–15 Minuten. Bei Filialbanken brauchst du einen Termin oder gehst mit Personalausweis in die Filiale.

Wichtig: Kündige das alte Konto noch nicht. Erst wenn alles umgezogen ist.

Schritt 2: Kontowechselservice nutzen

Starte den Kontowechselservice der neuen Bank (meist in der App oder im Online-Banking unter "Kontowechsel" oder "Umzugsservice"). Der Service analysiert dein altes Konto und zeigt dir alle regelmäßigen Zahlungspartner — Vermieter, Stromanbieter, Versicherungen, Abos, Arbeitgeber.

Du entscheidest für jeden Zahlungspartner, ob er über die neue Bankverbindung informiert werden soll. Der Service verschickt dann automatisierte Briefe oder Nachrichten an diese Partner.

Schritt 3: Gehalt und wichtige Zahlungen umstellen

Manche Zahlungspartner musst du selbst informieren — der Kontowechselservice kann nicht alles automatisch. Besonders wichtig:

  • Arbeitgeber: Neue Bankverbindung an die Personalabteilung geben
  • Finanzamt: Für Steuererstattungen die neue IBAN hinterlegen
  • Behörden: Kindergeld, BAföG, Rente — wenn du von Behörden Geld bekommst
  • Online-Shops: Amazon, PayPal und Co. haben oft eine eigene Zahlungsmittel-Verwaltung

Schritt 4: Parallelphase

Lass beide Konten 2–3 Monate parallel laufen. So fängst du vergessene Lastschriften oder Daueraufträge auf, die noch vom alten Konto abgehen. Halte einen kleinen Betrag auf dem alten Konto, damit nichts platzt.

Prüfe in dieser Zeit regelmäßig das alte Konto auf unerwartete Abbuchungen oder Eingänge. Sobald 2–3 Monate lang nichts mehr über das alte Konto gelaufen ist, kannst du es schließen.

Schritt 5: Altes Konto kündigen

Eine Kontokündigung ist jederzeit möglich — ohne Kündigungsfrist (§ 675h BGB). Schriftlich (Brief, Fax) oder oft auch per E-Mail oder in der App. Die Bank muss das Konto dann innerhalb weniger Tage schließen und das Restguthaben überweisen.

Tipp: Überweise das Restguthaben vorher selbst auf das neue Konto. So vermeidest du Wartezeiten.

Checkliste: Wer muss informiert werden?

Damit nichts vergessen wird, hier die typischen Zahlungspartner, sortiert nach Wichtigkeit: Arbeitgeber (Gehaltseingang), Vermieter (Miete), Strom- und Gasanbieter, Internetanbieter, Mobilfunkvertrag, Versicherungen (Haftpflicht, KFZ, BU etc.), Finanzamt (Steuererstattung), GEZ / Rundfunkbeitrag, Fitnessstudio / Abos, Streaming-Dienste (Netflix, Spotify), PayPal / Amazon / Online-Shops und Vereine / Spenden. Der Kontowechselservice erkennt die meisten davon automatisch — aber prüfe die Liste nochmal manuell, ob etwas fehlt.

Fazit: Weniger Aufwand als gedacht

Ein Kontowechsel ist kein Projekt mehr, das Wochen dauert. Mit dem gesetzlichen Kontowechselservice ist das Gröbste in ein bis zwei Stunden erledigt. Die Parallelphase von zwei bis drei Monaten läuft nebenbei. Der einzige wirkliche Aufwand ist, die neue IBAN bei ein paar Stellen manuell zu hinterlegen. Das ist lästig — aber deutlich weniger schlimm als jahrelang zu hohe Kontogebühren zu zahlen.


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